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Niederösterreich

Zwei Polen wegen Mordes vor Gericht

Den bisher unbescholtenen Bauarbeitern (zur Tatzeit 21 und 49 Jahre) wird vorgeworfen, Anfang Juni 2006 einen polnischen Kollegen im gemeinsamen Quartier in Haag (Bezirk Amstetten) gewissermaßen zu Tode geprügelt zu haben. Nach damaligen Ermittlungen wurde das Opfer rund 20 Stunden bewusstlos liegen gelassen.

Misshandelt und liegen gelassen
Laut Anklage versetzten die Beschuldigten ihrem Landsmann - über den Zeitraum von 2. bis 4. Juni 2006 verteilt - mehrmals Fußtritte und Faustschläge. Der 44-Jährige erlitt eine Vielzahl an Verletzungen: Serienrippenfrakturen, eine Lungenkontusion, Quetschungen des Dickdarms , eine Milzläsion, Rissquetschwunden im Gesicht, multiple Prellmarken und Hämatome am Kopf sowie Hautverletzungen am ganzen Körper.

In der Folge hätten es die Arbeiter unterlassen, dem Schwerverletzten die erforderliche medizinische Hilfe zukommen zu lassen - der Mann starb schließlich an einem Atemversagen, verursacht durch Aspiration von Erbrochenem.

Fünf bis zehn Jahre Freiheitsstrafe
Die Männer mussten sich für die Tat bereits im Oktober 2006 wegen "absichtlich schwerer Körperverletzung mit Todesfolge" - die Strafdrohung für dieses Delikt beträgt fünf bis zehn Jahre Freiheitsstrafe - verantworten.

Die Verhandlung, in der sich beide nicht schuldig bekannten und unter Hinweis auf Alkoholeinfluss nur vage an das - als "Rangelei" bezeichnete - Geschehen erinnerten, endete ohne Urteil: Der Schöffensenat erklärte sich wegen des seiner Ansicht nach bestehenden Mordverdachts für unzuständig.

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