Interview

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Arigonas Bruder: "Manchmal bringt er uns Essen"

ÖSTERREICH: Wieso ist euer Vater nicht mehr bei euch?
Alfred Zogaj: Er hat gesagt, er hält das nicht mehr aus. Am nächsten Tag in der Früh war er weg. Er ist in Montenegro und lebt dort mit einer anderen Frau.

Was sagen denn deine zwei kleinen Geschwister dazu?
Albin und Albona wissen es nicht. Sie glauben, er ist bei einem ­Onkel und kommt bald wieder.

Wie kommt ihr jetzt durch, wo sich niemand um euch kümmert?
Ganz schlecht. Wir richten die Garage eines Nachbarn her, dafür bringt er uns manchmal etwas zu essen vorbei. Die Arbeit ist sehr anstrengend. Wir müssen den ganzen Tag auf eine alte Betonmauer einschlagen, bis sie nicht mehr da ist. Aber wenn diese Arbeit vorbei ist, wissen wir nicht mehr, was wir tun sollen.

Habt ihr euch noch keine Arbeit gesucht?
Gesucht schon, aber gefunden noch nichts. Einmal durften wir Heu auf einem zwei Hektar großen Feld rechen. Zwei Tage hat das gedauert, dafür hat uns dann der Besitzer des Feldes fünf Euro gegeben.

Habt ihr noch Kontakt nach Österreich?
Bei uns in der Nähe gibt es ein Internetcafé. Da gehen wir jeden Tag hin und chatten mit Mutter und Arigona.

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