Gangster nehmen neun Geiseln in Bank Gangster nehmen neun Geiseln in Bank

Überfall in Oberösterreich

© Polizei

© Schwarzl

Gangster nehmen neun Geiseln in Bank

„Ich habe in meiner langen Dienstzeit schon viel erlebt, aber so etwas hat mir noch in meiner Sammlung gefehlt“, sagt Ger­hard Klement mit einem Lächeln – und das kurz nach den dramatischsten Minuten seines Lebens. Der Filialleiter der Sparkasse Asten (OÖ) war Dienstagfrüh eine knapp halbe Stunde in der Gewalt zweier Bankräuber.

Die zwei Maskierten hatten gegen 7 Uhr ein Fenster der kleinen Bank in der Wiener Straße aufgezwängt. Dort stießen sie auf die Putzfrau und den ersten Angestellten, der früher als üblich zur Arbeit gekommen war. Mit einer Maschinenpistole und einem Revolver bedrohten die Gangster die beiden, fesselten sie mit Kabelbindern direkt vor der schweren Tresortür. Dann warteten die Maskierten, legten sich auf die Lauer. „Sie haben einen nach dem anderen von uns abgepasst, ich war der Vierte, der kam“, sagt Klement. „Plötzlich schaute ich in den Lauf der MP.“

Diashow Banküberfall mit Maschinenpistolen
Brutaler Überfall auf Bank (OÖ)

Brutaler Überfall auf Bank (OÖ)

Brutaler Überfall auf Bank (OÖ)

Brutaler Überfall auf Bank (OÖ)

Brutaler Überfall auf Bank (OÖ)

Brutaler Überfall auf Bank (OÖ)

Brutaler Überfall auf Bank (OÖ)

Brutaler Überfall auf Bank (OÖ)

Brutaler Überfall auf Bank (OÖ)

Brutaler Überfall auf Bank (OÖ)

Brutaler Überfall auf Bank (OÖ)

Brutaler Überfall auf Bank (OÖ)

Brutaler Überfall auf Bank (OÖ)

Brutaler Überfall auf Bank (OÖ)

Brutaler Überfall auf Bank (OÖ)

Brutaler Überfall auf Bank (OÖ)

Brutaler Überfall auf Bank (OÖ)

Brutaler Überfall auf Bank (OÖ)

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  Diashow

„Müssen Nerven wie aus Stahl gehabt haben“
Neun Angestellte brachten die beiden Bankräuber so in ihre Gewalt. „Das ist völlig unüblich, normalerweise heißt es: rein und schnell wieder raus“, sagt ein LKA-Beamter. „Die müssen Nerven wie Stahl gehabt haben.“ Doch vor Ort sah es anders aus: „Sie waren nervös, das dauerte wohl doch länger als geplant“, sagt Klement. Dauerndes Telefon klingeln, die Suche nach dem Tresorschlüssel – die Lage wurde angespannt. „Aber wir neun haben es gemeinsam geschafft, es durchzustehen, ruhig zu bleiben“ – und damit auch die Gangster von dem äußersten Schritt abzuhalten.

Die beiden Täter flüchteten gegen 7.25 Uhr mit einer Sporttasche voll Geld. Mit einem weißen Škoda mit schwarzem Dach rasten sie zur nahen Autobahn. Kurze Zeit später stießen Polizisten bei der Ringfahndung auf das Fluchtauto: Es stand verlassen auf dem Rastplatz „Landzeit“, St. Valentin. Nun wird fieberhaft nach Zeugen gesucht.

Die Bankmitarbeiter nahmen sich den Nachmittag frei. „Wir haben es gut weggesteckt, viel darüber geredet“ – unterstützt vom Kriseninterventionsteam und einer Psychologin. „Man weiß nicht, ob was nachkommt“, sagt Klement. „Aber vorerst haben wir einstimmig beschlossen, am Mittwoch wieder normal Dienst zu tun.“ Die Anteilnahme der Stammkunden werde helfen, die Sache zu überwinden.

Geisel: »Es lief 
alles ab wie im 
Film, so irreal«
Bankchef Gerhard Klement über die halbe Stunde, in der er in der Gewalt der Gangster war.

ÖSTERREICH: Herr Klement, wie haben Sie die dramatischen Minuten erlebt?
Gerhard Klement:
Es lief ab wie im Film, so irreal. Und da und dort habe ich einen Filmriss. Ich war der Vierte, der ankam. Um 7.07 Uhr schaute ich plötzlich in den Lauf der MP. Und dann lag ich schon im EDV-Raum am Boden, danach saßen wir auf der Stiege zum Tresor.

ÖSTERREICH: Hatten Sie Angst?
KLEMENT:
Als sie mir einmal den Lauf einer Waffe in den ­Rücken drückten, ist mir anders geworden. Aber wir haben es gemeinsam geschafft. Die Kollegin, die Todesangst hatte, oder den Lehrling, der auf einmal sagte: „Ich will nicht sterben“, zu beruhigen, darum ging es allein in dem Moment. Immer, wenn ich hörte, der nächste Mitarbeiter kommt und wird jetzt bedroht, habe ich raufgerufen: „Bleib ruhig, nur ein Überfall!“ Dann saßen wir gefesselt zusammen, haben leise geredet, uns Mut gemacht.

ÖSTERREICH: Und die Täter?
KlEMENT:
Die haben immer wieder gesagt: „Wir tun euch nichts, wollen nur das Geld.“ Aber nervös waren sie schon, es dauerte wohl doch länger als geplant. Und dauernd klingelte irgendein Telefon.

ÖSTERREICH: Und als der Spuk vorbei war?
KLEMENT:
Ich habe mit gefesselten Händen den Alarm gedrückt, dann haben wir uns von den Fesseln befreit. Da hat sich eine Kollegin sofort hingesetzt und das Formular zu Täterbeschreibung ausgefüllt. Und morgen gehen wir wieder zur Arbeit, das wurde einstimmig beschlossen.



 

Autor: Mario Born
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