23. Oktober 2012 10:20

Überfall in Oberösterreich 

Gangster nehmen neun Geiseln in Bank

Bank-Angestellte in Gewalt der Gangster - „Wir standen es gemeinsam durch“..

Gangster nehmen neun Geiseln in Bank
© Polizei
Gangster nehmen neun Geiseln in Bank
© Schwarzl

„Ich habe in meiner langen Dienstzeit schon viel erlebt, aber so etwas hat mir noch in meiner Sammlung gefehlt“, sagt Ger­hard Klement mit einem Lächeln – und das kurz nach den dramatischsten Minuten seines Lebens. Der Filialleiter der Sparkasse Asten (OÖ) war Dienstagfrüh eine knapp halbe Stunde in der Gewalt zweier Bankräuber.

Die zwei Maskierten hatten gegen 7 Uhr ein Fenster der kleinen Bank in der Wiener Straße aufgezwängt. Dort stießen sie auf die Putzfrau und den ersten Angestellten, der früher als üblich zur Arbeit gekommen war. Mit einer Maschinenpistole und einem Revolver bedrohten die Gangster die beiden, fesselten sie mit Kabelbindern direkt vor der schweren Tresortür. Dann warteten die Maskierten, legten sich auf die Lauer. „Sie haben einen nach dem anderen von uns abgepasst, ich war der Vierte, der kam“, sagt Klement. „Plötzlich schaute ich in den Lauf der MP.“

Banküberfall mit Maschinenpistolen
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Brutaler Überfall auf Bank (OÖ)
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Brutaler Überfall auf Bank (OÖ)
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Brutaler Überfall auf Bank (OÖ)
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Brutaler Überfall auf Bank (OÖ)
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Brutaler Überfall auf Bank (OÖ)
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Brutaler Überfall auf Bank (OÖ)
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Brutaler Überfall auf Bank (OÖ)
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Brutaler Überfall auf Bank (OÖ)
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Brutaler Überfall auf Bank (OÖ)

„Müssen Nerven wie aus Stahl gehabt haben“
Neun Angestellte brachten die beiden Bankräuber so in ihre Gewalt. „Das ist völlig unüblich, normalerweise heißt es: rein und schnell wieder raus“, sagt ein LKA-Beamter. „Die müssen Nerven wie Stahl gehabt haben.“ Doch vor Ort sah es anders aus: „Sie waren nervös, das dauerte wohl doch länger als geplant“, sagt Klement. Dauerndes Telefon klingeln, die Suche nach dem Tresorschlüssel – die Lage wurde angespannt. „Aber wir neun haben es gemeinsam geschafft, es durchzustehen, ruhig zu bleiben“ – und damit auch die Gangster von dem äußersten Schritt abzuhalten.

Die beiden Täter flüchteten gegen 7.25 Uhr mit einer Sporttasche voll Geld. Mit einem weißen Škoda mit schwarzem Dach rasten sie zur nahen Autobahn. Kurze Zeit später stießen Polizisten bei der Ringfahndung auf das Fluchtauto: Es stand verlassen auf dem Rastplatz „Landzeit“, St. Valentin. Nun wird fieberhaft nach Zeugen gesucht.

Die Bankmitarbeiter nahmen sich den Nachmittag frei. „Wir haben es gut weggesteckt, viel darüber geredet“ – unterstützt vom Kriseninterventionsteam und einer Psychologin. „Man weiß nicht, ob was nachkommt“, sagt Klement. „Aber vorerst haben wir einstimmig beschlossen, am Mittwoch wieder normal Dienst zu tun.“ Die Anteilnahme der Stammkunden werde helfen, die Sache zu überwinden.

Geisel: »Es lief 
alles ab wie im 
Film, so irreal«
Bankchef Gerhard Klement über die halbe Stunde, in der er in der Gewalt der Gangster war.

ÖSTERREICH: Herr Klement, wie haben Sie die dramatischen Minuten erlebt?
Gerhard Klement:
Es lief ab wie im Film, so irreal. Und da und dort habe ich einen Filmriss. Ich war der Vierte, der ankam. Um 7.07 Uhr schaute ich plötzlich in den Lauf der MP. Und dann lag ich schon im EDV-Raum am Boden, danach saßen wir auf der Stiege zum Tresor.

ÖSTERREICH: Hatten Sie Angst?
KLEMENT:
Als sie mir einmal den Lauf einer Waffe in den ­Rücken drückten, ist mir anders geworden. Aber wir haben es gemeinsam geschafft. Die Kollegin, die Todesangst hatte, oder den Lehrling, der auf einmal sagte: „Ich will nicht sterben“, zu beruhigen, darum ging es allein in dem Moment. Immer, wenn ich hörte, der nächste Mitarbeiter kommt und wird jetzt bedroht, habe ich raufgerufen: „Bleib ruhig, nur ein Überfall!“ Dann saßen wir gefesselt zusammen, haben leise geredet, uns Mut gemacht.

ÖSTERREICH: Und die Täter?
KlEMENT:
Die haben immer wieder gesagt: „Wir tun euch nichts, wollen nur das Geld.“ Aber nervös waren sie schon, es dauerte wohl doch länger als geplant. Und dauernd klingelte irgendein Telefon.

ÖSTERREICH: Und als der Spuk vorbei war?
KLEMENT:
Ich habe mit gefesselten Händen den Alarm gedrückt, dann haben wir uns von den Fesseln befreit. Da hat sich eine Kollegin sofort hingesetzt und das Formular zu Täterbeschreibung ausgefüllt. Und morgen gehen wir wieder zur Arbeit, das wurde einstimmig beschlossen.



 

Autor: Mario Born



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16 Postings
hyperinflation (GAST) meint am 24.10.2012 08:06:59 ANTWORTEN >
komisch dass es noch immer bankräuber gibt. der euro ist eh bald nix mehr wert...
SOS_Wien meint am 23.10.2012 22:25:07 ANTWORTEN >
Danke ;-) Ich dachte, man "versteht" mein Posting. :-)
Die EU ist ja der Meinung, unsere "Volksvertreter" waren wie immer brav EU hörig. Alles was zum Nachteil der unbescholtenen und arbeitenden Bevölkerung sowie zur Bevormundung der selbigen beschlossen wird, wird natürlich sofort umgesetzt. Auch, wenn es zehn mal teurer als angegeben kommt und nichts bringt.
avalon1981 meint am 24.10.2012 09:55:53
hi, sorry SOS , gibt ja wirklich leute die glauben durch das ZWR wird österreich sicherer. :-)
Franzesco meint am 23.10.2012 22:23:10 ANTWORTEN >
Verdammt noch mal Ihr blöden Bankchefs, warum sichert ihr nicht eure angestellten. Sogar in Lateinamerika oder Brasilien werde die Banken durch Securetys geschütz. Die Schalterbeamten sind Extra durch Panzerglas gesichert. GENAU SOLCHE WIE DER KRIMMINELLE ELSNER HABEN DIE ANGESTELLTEN DER BANKEN ZUM FREIWILD FÜR KRIMMINELLE ERKLÄRT.
Mir kann kein Bankboss erklären das die Österreichischen Banken kein Geld für solche massnahmen haben. DER OBERSTE GERICHTSHOF MUSS ENDLICH HANDELN UND DIE REGIERUNG UND DIE BANKBOSSE DES AMTES ENTHEBEN
Hallo avalon1981 (GAST) meint am 23.10.2012 21:31:23 ANTWORTEN >
Die Aussage von "SOS_Wien" war natürlich ironisch gemeint. Brauchst nur seine anderen Kommentare lesen. Der ist nicht weltfremd.
SOS_Wien meint am 23.10.2012 18:50:16 ANTWORTEN >
Dank des neuen Waffenregisters ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Täter ausgeforscht sind. Da es nicht soviele Waffenpass Besitzer gibt, lassen sich die Täter dann sicher schnell finden.
mäx (GAST) meint am 24.10.2012 06:59:23
außerdem glaub ich fast das diese leute, wenn es sich um echte waffen handelt sowieso sowas nicht haben. die werden sich höchstwahrscheinlich die waffen von einem kofferraum-verkäufer besorgt haben. ist ja auch viel einfacher und billiger, leider.
soviel zum thema sicherheit wird erhöht
aber jetzt zurück zum bankraub: wie dreist und nervlich stabil müssen die täter gewesen sein in der bank zu warten bis alle da waren? normalerweise ist das eine geschichte von ein paar minuten. schnell rein, alles zusammen raffen und dann verschwinden. aber 25min für einen überfall? das waren keine ersttäter die sowas aus verzweiflung gemacht haben. das waren profis
avalon1981 meint am 23.10.2012 19:07:22
SOS_Wien: das neue Zentralwaffenregister ist grund warum man die täter ausforschen wird???? ja sag gehts noch? ein gangster registriert seine waffe doch nicht...! ausserdem gilt das neue register um seit 1.10 LANGwaffen der kategorie C und D zu registrieren. MPs sind bei uns verboten...oh gott so eine dumme aussage...
avi (GAST) meint am 23.10.2012 18:19:50 ANTWORTEN >
jeder politiker lügt bereits wenn er seinen mund aufmacht
Der tägliche Einzelfall (GAST) meint am 23.10.2012 14:11:15 ANTWORTEN >
Danke an unsere Politiker die uns immer vorschwafeln wie sicher doch unser Österreich sei und dass es durch Schengen und offene Grenzen noch sicherer geworden ist. 2013 kommt der Tag der Abrechnung, da wird FPÖ gewählt...was sonst?
SOS_Wien meint am 23.10.2012 18:52:07
Einheimische Südländer? Kärntner oder Steirer? Gesprochen werden die schlanken Südländer ja auch haben, also das ist wie immer geheim. Ich tippe mal, Franz und Karl waren es mal nicht.
Der tägliche Einzelfall (GAST) meint am 23.10.2012 18:39:24
Einheimische Südländer ?
aufidbergbinigern (GAST) meint am 23.10.2012 14:54:00
Und wenn's zwei Einheimische waren, wen wählst dann?
greekgirl meint am 23.10.2012 13:22:40 ANTWORTEN >
Hoffentlich werden bald bei vielen Banken nur mehr gut gesicherte Automaten sein statt der Menschen, denn bei einem Überfall haben dann die Gauner das Nachsehen. Allerdings wäre es gut, wenn man diese Automaten eben ordentlich sichert, damit sie diese dann nicht abschleppen können. Das Bankpersonal sollte nur im Hintergrund arbeiten und der Kasseschalter auch auch durch Sicherheitsvorkehrungen wie Schleusensystem gesichert sein.
SOS_Wien meint am 23.10.2012 22:32:06
Meine Freundin wurde in Wien, Bank, 3x in einem Jahr überflalen. Weißt du, was die erste Frage von der Bezirksleiterin war? Nicht wie geht es ihnen, jemandem was passiert? Nein, es war: "wieviel hams den gstohlen?" - weil die Banken nur bis zu einer gewissen Summe versichert sind. Also das einzige was die Bank nach den vielen Schäden (auch tragische Einzelfälle genannt) machen, das merkst du als Kunde sofort. Das nennt sich Kontoführungsgebühren, Spesen und so weiter. Das wird alles laufend erhöht, auch als Dank an den Steuerzahler für die Bankenrettung. Die Zinsen werden laufend gesenkt, ok, jetzt nicht mehr wirklich, weil weniger als nichts geht ja nicht.
mäx (GAST) meint am 23.10.2012 11:03:21 ANTWORTEN >
wenns was russisches war, dann muss es scheppern, aber ich vermut es war ne airsoft. ausprobieren will ichs aber trotzdem nicht
Seiten: 1
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