Brücke aus 18. Jahrhundert in Linz entdeckt Brücke aus 18. Jahrhundert in Linz entdeckt

Drei Steinbögen

 

 

Brücke aus 18. Jahrhundert in Linz entdeckt

Vor dem Sitz der Oberösterreichischen Landesregierung, dem Linzer Landhaus, wurde eine große, aus drei Steinbögen bestehende Steinbogenbrücke aus dem 18. Jahrhundert freigelegt. Archäologen entdeckten zudem insgesamt 18 Skelette aus dem Mittelalter im Hof des Gebäudes. Funde zeigen, dass die OÖ. Landesregierung auf Siedlungsgebiet der Römerzeit residiert. Darüber informierten Landeshauptmann Josef Pühringer (V), Heinz Gruber vom Bundesdenkmalamt und der Archäologe Wolfgang Klimesch in einer Pressekonferenz am Dienstag in Linz.

Arbeiten dauern noch bis Jahresende
Das Landhaus wird derzeit um 7,5 Mio. Euro renoviert. Die Arbeiten sollen bis zum Jahresende abgeschlossen werden, wenn "Linz Europäische Kulturhauptstadt 2009" beginnt. Zudem wird unter dem Landhauspark eine Tiefgarage errichtet. Wo heute das Landhaus steht, war früher ein Minoriten-Kloster. Nach der Ordensüberlieferung entstand die erste Niederlassung der Minoriten in Linz im Jahr 1236. Kirche und Kloster lagen in der Südwestecke der damaligen mittelalterlichen Stadtbefestigung. Die Landstände mieteten 1536 das in der Reformationszeit verödete Kloster. Das Landhaus wurde in den Jahren 1564 bis 1571 in einem Teil der Klosteranlage zum Teil neu errichtet, zum Teil umgebaut und erhielt sein heutiges Ausehen nach dem großen Linzer Stadtbrand im Jahr 1800.

Die bei den Bauarbeiten jetzt freigelegte Brücke führte über den damals bestehenden Stadtgraben. Er wurde später zugeschüttet und damit verschwand auch die Brücke unter der Erde. Jetzt sollen sie und der angrenzende Teil des Stadtgrabens sichtbar bleiben und restauriert werden und damit zu einer Attraktion der Linzer Altstadt werden. Statiker haben berechnet, dass die Brücke eine Belastung von beachtlichen 150 Tonnen aushält.

Skelettfund
Im Innenhof des ehemaligen Klosters fanden Archäologen insgesamt 18 beigabenlose Skelette. Sie gehören vermutlich zur ältesten Bauphase der Kirche aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Vor der Errichtung des spätgotischen Kreuzganges war demnach dort ein Friedhof. Beim Bau des Landhauses sind - wie bei den Renovierungsarbeiten festgestellt wurde - in den Fundamenten zahlreiche mittelalterliche Steine aus der Minoritenkirche als Baumaterial wiederverwendet worden, darunter Fragmente von Säulen, Teile von großen mehreckigen Kirchenpfeilern, Bruchstücke von gotischen Kreuzrippen und Teile von Grabsteinen aus der Spätgotik und Renaissance. Die Archäologen entdeckten zudem römische Keramikbruchstücke, die sich in Bauschutt befanden, der im Mittelalter und in der Neuzeit als Füllmaterialmaterial verwendet wurde. Das Areal war also zumindest schon in der Antike besiedelt, vermutlich aber bereits in keltischer Zeit. Zur Römerzeit hieß die Stadt Lentia.

Foto: (c) APA

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