Drama um Hang in Gmunden spitzt sich zu

Häuser verrutscht

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Drama um Hang in Gmunden spitzt sich zu

Die Lage beim Erdrutsch in Gmunden spitzt sich zu. Zwei Häuser haben sich bereits um drei bis vier Zentimeter verschoben. "Sollte sich herausstellen, dass sich unter den Gebäuden eine Gleitschicht mobilisiert, könnte diese nicht mehr aufgehalten werden", befürchtete Wolfgang Gasperl, Sektionsleiter der Wildbach-und Lawinenverbauung (WLV), in einer Pressekonferenz am Dienstag im Gmunden.

Rettung wird nicht am Geld scheitern
"Es wird sicher nicht an den Kosten scheitern, ob ein Haus gerettet wird oder nicht!" Das stellte Gasperlam Mittwoch klar. Vermutungen, dass die Kosten-Nutzen-Relation für die laufenden Rettungsmaßnahmen beim Erdrutsch im Gschliefgraben in Oberösterreich unverhältnismäßig sei, wies er zurück.

Brunnen verrutschen
"Es spitzt sich alles auf diese zwei Häuser zu", die Hoffnung aufgeben wolle man dennoch noch nicht, so Gasperl: "Wir kämpfen um jedes Haus." Die Experten glauben, dass sie mit ihrer derzeitigen Strategie auf dem richtigen Weg sind: Bisher wurden rund 110 Brunnen gebohrt, um Wasser abzuleiten. Einige sind zwar inzwischen von den Erdmassen wieder zerstört worden, wo man aber eine wasserführende Schicht genau getroffen habe, sei eine Bremsung festzustellen gewesen, erklärte Gasperl.

Sorgen macht man sich auch um die Traunsee-Uferstraße. Es werde alles getan, um diese "Lebensader" zu bewahren, versprach Einsatzleiter und Vizebürgermeister Wolfgang Sageder (S). Derzeit wird eine Notstraße errichtet. Es gebe zwar laut Experten keine gesicherten Hinweise, dass die Straße sich bewege, aber man will gerüstet sein. Eine Hütte musste abgerissen werden, um Platz für die Ersatz-Verkehrsverbindung zu schaffen.

In den oberen Bereichen sei die Bewegung offenbar soweit zum Stillstand gekommen, dass sie einer Frostperiode standhalten würde, erklärte Michael Schiffer von der WLV. Die Erdmassen werden weiterhin sowohl mit Stangenprofilen als auch per GPS überwacht. Mit einer Unterwasserkamera wird der Schwemmkegel abgefahren, der Seegrund mittels Echolot vermessen. Besonders aufschlussreich war für die Geologen auch die Installierung einer Webcam. Diese zeigte im Zeitraffer das Ausmaß der Bewegung.

Gefahren seit Jahrhunderten bekannt
Die Gefahren des Gschliefgrabens sind seit Jahrhunderten bekannt. Seit rund 20 Jahren ist das Gebiet als "rote Zone" im Gefahrenzonenplan ausgewiesen, in der keine neuen Baubewilligungen mehr erteilt werden. Allerdings gibt es 55 - ältere - Häuser in diesem Bereich. Insgesamt mussten bisher mehr als 50 Gebäude - darunter zwei Gasthäuser und ein kleiner Bootsbaubetrieb - vorübergehend evakuiert werden. Einige Objekte konnten Mitte Dezember wieder freigegeben werden. Die Bewohner von 12 Häusern müssen nach wie vor in ihren Ausweichquartieren abwarten.

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