Evakuierung in Gmunden dauert noch länger

Nach Erdrutsch

© APA/Rubra

Evakuierung in Gmunden dauert noch länger

Die Evakuierung von rund 20 Häusern wegen eines Erdrutsches in Gmunden wird voraussichtlich noch länger notwendig sein. Das teilte Bürgermeister Heinz Köppl (V) in einer Bürgerinformation Freitagabend mit. Morgen, Samstag, werde obendrein mit dem Auspumpen von Öltanks der gefährdeten Häuser begonnen werden müssen.

Neue Messergebnisse
Köppl begründete die weiteren Sicherheitsmaßnahmen mit den davor mitgeteilten Messergebnissen. Die Erd-Rutschung gehe schneller zu Tal und in eine Richtung, wo mehr Gegenkräfte erwartet worden seien. Aber es seien auch Erd-Bewegungen festgestellt worden, die nur im Bereich der Messtoleranz liegen. Dennoch stellte der Bürgermeister einleitend fest: Unsere Mienen sind nicht heller geworden. Das Wetter ist nicht auf unserer Seite gestanden." So teilte er als Resümee als gesammelten Daten mit: "Wir müssen uns darauf einrichten, dass bei den noch evakuierten Häusern ein Einziehen noch länger nicht denkbar ist". Er nannte dabei einen Zeitraum von den nächsten Wochen und zerstörte damit Hoffnungen, dass die vorübergehend ausgesiedelten Bewohner vor Weihnachten wieder heimkehren könnten.

Öltanks schnell auspumpen
Außerdem müsse das vorbereitete Auspumpen von Öltanks nunmehr rasch umgesetzt werden, erklärte Köppl. Es solle noch am Samstag damit begonnen werden. Die Gemeinde bot dabei ihre Unterstützung an. Es sei nichts auszuschließen und wenn die Straße beschädigt werde, seien die Häuser für das Auspumpen in Tankfahrzeuge nicht mehr erreichbar. Er beruhigte aber auch die Bewohner jener rund 30 Häuser, deren Evakuierung Mittwochabend aufgehoben worden war: Die Messdaten hätten gezeigt, dass die Maßnahme richtig gewesen sei.

Schranken sperrt Straße
Die Straße unterhalb der Rutschung entlang vom See wird vorerst während der Nacht mit einem Schranken gesperrt. Jeder Benützer sei beim Befahren zu Beobachtungen aufgefordert, die Eigenkontrolle sei wichtig, stellte der Bürgermeister fest. Er warnte auch ausdrücklich, in das Gelände zu gehen. Das sei lebensgefährlich, denn es komme immer wieder vor, dass durch die Rutschung Bäume umstürzen.

Neue Idee wird ausprobiert
Die neue Idee, Stahlpfähle mit Querriegeln im Untergrund zu verankern, um die Erdmassen zum Stillstand zu bringen, soll möglichst schnell mit einem 1:1-Modell erprobt werden. Vorher sollen noch mit Schallwellen Bodenuntersuchungen durchgeführt werden, um festen Untergrund zu finden. Geprüft werde soll auch die Möglichkeit, Material von der Rutschung in den See zu verfrachten. Wolfgang Gasperl von der Wildbach- und Lawinenverbauung machte darauf aufmerksam, dass die Erdströme als komplexes System zu sehen seien und jede kurzfristig vielleicht hilfreiche Maßnahme jedoch auch langfristig schaden könnte. Das Team der Fachleute zur Beratung des Krisenstabes ist noch einmal erweitert worden. Ein bereits überlegter Bundesheer-Einsatz ist vorerst nicht nötig, aber vom Militär vorbereitet. Die nächste Bürgerinformation ist für Mitte kommender Woche geplant.

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