Frau verzeiht Ex-Freund, der sie töten wollte

Nach Messeratttacke

© Kerschbaummayer

Frau verzeiht Ex-Freund, der sie töten wollte

Im Stiegenhaus kämpfte Claudia Brunner (34) blutüberströmt gegen die Ohnmacht. Minuten davor hatte sich Ex-Freund Hermann M. (37) in ihre Wohnung geschlichen und die Frau im Schlaf überrascht. Aus Wut über die Trennung stach er mehrfach auf Claudia Brunner ein – während ihr Sohn Rainer daneben im Bett kauerte. In seiner Verzweiflung warf sich der zehnjährige Bub auf den Täter – und verjagte ihn damit. Rainers Schwester Ines (14) alarmierte Rettung und Polizei.

Selbstmord
Kurz nach der Bluttat hat sich Hermann M. auf dem Dachboden seines Elternhauses im nahegelegenen Bad Leonfelden erhängt. Seinem Opfer retteten Ärzte im LKH Freistadt in einer Notoperation das Leben. Elf Tage nach der Tat wird die junge Mutter heute, Freitag, nach Hause entlassen. ÖSTERREICH hat sie am Krankenbett besucht.

ÖSTERREICH: Wie geht es Ihnen nach dem Mordversuch?

Claudia Brunner: Nicht mehr ganz so schlecht. Wenn ich meine Kinder, meine Freunde und meinen Humor nicht hätte, wäre das wohl anders.

ÖSTERREICH: Wie ist es zu der Wahnsinnstat gekommen?

BRUNNER: Wir kannten uns ein halbes Jahr. Und er hat mich immer mehr kontrolliert, immer mehr als Besitz betrachtet. Ich habe ihn oft gebeten, mir Luft zu lassen. Als ich dann auf Distanz gegangen bin, hat er einmal gesagt: „Ich habe schon eine Frau (durch Scheidung) verloren, ich will nicht noch eine verlieren.“ Aber dass er so ausrastet, konnte ja niemand ahnen.

ÖSTERREICH: Hermann M. hat sich selbst gerichtet …

BRUNNER: … ja, mehr kann man nicht büßen. Ich verzeihe ihm und würde gern mit seinen Eltern reden.

ÖSTERREICH: Ihre Kinder haben Ihnen das Leben gerettet?

BRUNNER: Ja, mein Sohn hat mit zehn Jahren gegen einen bewaffneten Mann gekämpft, ist ihm auf den Rücken gesprungen, um mir zu helfen. Meine Tochter hat sich um mich gekümmert und Hilfe gerufen. Ich bin auf beide unendlich stolz.

ÖSTERREICH: Sind Sie schon wieder für den Alltag bereit?

BRUNNER: Ja, wir halten zusammen und lassen uns nicht unterkriegen. Nach diesem absoluten Tiefpunkt kann’s ja nur besser werden.

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