Freunde brachten den Zogajs Kleidung und Essen

Besuch im Kosovo

© Thomas Leitner

Freunde brachten den Zogajs Kleidung und Essen

„Da sind sie“, schreit Alban und zeigt auf vier Scheinwerfer unten am Berg. Zwei Autos quälen sich durch tiefen Schlamm eine steile Anhöhe hinauf, zur Ruine des Hauses der Familie Zogaj. Hier warten Devat Zogaj und seine vier Kinder Albin (9), Albona (8), Alban (18) und Alfred (16) sehnsüchtig auf den Besuch aus Frankenburg. Dort wohnten sie fünf Jahre, von dort wurden sie Ende Oktober abgeschoben. Mutter Nurie und die 15-jährige Arigona sind noch in Österreich und hoffen auf eine Rückkehr ihrer Liebsten.

Freunde
Zwei rote Autos halten vor dem kleinen Laden, in dem sich bereits das halbe Dorf versammelt hat. Die drei Freunde der Familie, Andreas Hamertinger, Christian Leitner und Raimund Koberger sowie vier Cousins, Tante Ruka und Ernestine, die Freundin von Alfred, steigen nach 21 Stunden erschöpft aus. Sie haben eine Odyssee hinter sich, mit Staus vor Grenzen und zwei Stunden auf einem Polizeirevier in Serbien. Das alles für 24 Stunden im Kosovo, denn dann geht es wieder retour nach Österreich.

Geschenke
Die Autos sind voll mit Kleidung, Lebensmitteln, Decken, Spielsachen. Nach überschwänglicher Begrüßung wird ausgepackt. Albona zieht ein Paar türkise Handschuhe aus einer Tasche, Albin steckt seinen Kopf in das Sackerl mit den Gummibärchen. Doch eines ist ihm viel wichtiger: „Nimmst du uns mit?“, fragt er Andreas Hamertinger. „Ich mag nimma länger im Kosovo bleiben“, ergänzt Albona.

Die Kinder mitnehmen – das wäre auch den Frankenburgern am liebsten. „Hier ist es so trostlos“, sagt Hamertinger: „Da sehe ich keine Zukunft für die Zogajs.“

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