Jüngster Einbrecher Österreichs gefasst

Er ist erst sieben

© Thomas Leitner

Jüngster Einbrecher Österreichs gefasst

Da staunten selbst die altgedienten Beamten der Polizei Bad Ischl in Oberösterreich nicht schlecht: Bei einem Alarm in der örtlichen Eis- und Kegelhalle pirschten sich die Einsatzkräfte Freitagnacht an das Gebäude heran, um die Einbrecher zu stellen. Was sie dann aber im Licht ihrer Taschenlampen sahen, hatten sie nicht erwartet: Umgeben von Whiskeyflaschen, blinzelten den Polizisten fünf Kinder entgegen: Die Brüder Andi (10) und Manfred (14), ihr Kumpel Bernhard (15) waren auf Einbruchstour mit zwei tunesischstämmige Buben - von ihnen ist einer 13 und einer erst sieben Jahre alt.

So stieg der 7-Jährige zum Stehlen in die Halle ein
Kleinlaut ließ sich das Quintett abführen. Beim Verhör holten die Beamten mit viel Einfühlungsvermögen die Wahrheit aus den Kids heraus. Sie gaben zu, bereits zum fünften Mal in Kegelhalle und Getränkelager eingestiegen zu sein. Auch die 400 Euro Beute rückten die Junggangster raus.

Als die Polizisten Ludwig S., Obmann des Vereins, der Eis- und Kegelhalle betreibt, die Täter vorführten, folgte die nächste Überraschung. Ludwig S. entsetzt: "Drei von ihnen - auch der 7-Jährige - haben bei mir gearbeitet, mit Kegelaufstellen 30 Euro am Tag verdient.“

Für den 7-Jährigen, seinen 13-jährigen Bruder und den 10-jährigen Andi war das scheinbar nicht genug. Sie nutzten den Zugang zu den Kegelräumen, um die Fenster für ihre nächtlichen Einbruchstouren zu präparieren. „Die Fenster waren entriegelt und konnten von außen ohne Probleme aufgedrückt werden“, so einer der zuständigen Ermittler.

Ludwig S. ist von diesem Ende der Einbruchsserie tief getroffen. "Als die drei vor mir standen, war ich erst geschockt und dann einfach nur noch enttäuscht.“ Auch die örtlichen Beamten lässt der Fall nicht kalt. Noch nie haben sie einen Siebenjährigen als Einbrecher überführen müssen.

Fakt ist allerdings: "Es geht hier um Einbrüche, für die Erwachsene ein bis zehn Jahre Haft bekommen“, so einer der Beamten. „Und dann sitzen als Täter plötzlich Kinder gegenüber.“ Noch dazu ist es nicht das erste Delikt des Quintetts: So wurden die fünf vor rund einem Monat erwischt, wie sie im Bad Ischler Parkbad auf Diebestour gingen. Mehrere Geldbörsen wurden bei ihnen sichergestellt.

Jugendwohlfahrt wurde eingeschaltet
Schon damals wurden die zwei Strafmündigen angezeigt, beim Siebenjährigen wurden die Eltern informiert.

Auch dieses Mal sind den Beamten die Hände gebunden. Es wird ein Bericht an den Staatsanwalt gehen, die Jugendwohlfahrt eingeschaltet. "Das Schlimmste ist, wie viele Leute die Fünf vor den Kopf gestoßen und enttäuscht haben“, so einer der Polizisten. "Vielleicht bringt sie ja das endlich zum Nachdenken.“

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