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Müde Kaltenbrunner nicht enttäuscht

Nach K2-Umkehr

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Müde Kaltenbrunner nicht enttäuscht

Die oberösterreichische Alpinistin Gerlinde Kaltenbrunner ist bei ihrer K2-Besteigung gescheitert und musste wegen enormer Schneemassen kurz vor dem Gipfel umkehren. "Ich bin natürlich müde, aber sonst geht es mir eigentlich recht gut", sagte die 38-Jährige nach dem Abstieg. "Durch die ständige Konzentration, merke ich das der Kopf etwas 'durchhängt'."

"Nicht enttäuscht"
Sie gilt als eine der Favoritinnen für die erste Besteigung aller 14 Achttausender durch eine Frau. Der K2 hätte Kaltenbrunners 13. Gipfelsieg werden sollen. "Ich will gar nicht sagen, es war bitter, ich bin auch gar nicht enttäuscht", so die 38-Jährige zu dem knapp verpassten Ziel. "Ich weiß, in dem Fall war einfach zu viel Schnee. Ich akzeptiere das jetzt einfach, das ist die Natur, da müssen wir uns anpassen und können nicht mit dem Brecheisen durch." Aufgeben will sie den 8.611 Meter hohen K2 jedenfalls nicht, einen neuerlichen Versuch zu einem derzeit noch ungewissen Zeitpunkt werde es auf jeden Fall geben, kündigte die 38-Jährig an. "Je öfter ich hier bin, desto mehr fasziniert bin ich. Ich glaube, für gewisse Ziele braucht man einfach Geduld."

Drei Fehlversuche
Bereits im Juli 2007 versuchte die Oberösterreicherin vergeblich, den Berg im Karakorum-Gebirge in Pakistan zu erklimmen. Heuer schlugen zwei Aufstiegs-Versuche fehl, beim letzten kam es bei der Durchquerung der Gletschereistürme, wo im vergangenen Jahr elf Bergsteiger tödlich verunglückten, zu höchst gefährlichen Momenten: "Es ist auch ein Stück Eis abgebrochen und abgestürzt", so Kaltenbrunner. "Hoffentlich kommen wir gut durch", sei ihr einziger Gedanke gewesen. "Bei mir war der Schnee brusttief", beschrieb sie die letzte Etappe vor dem Gipfel. "Für einige Meter brauchte man irrsinnig lange und das hat sich dann als zu gefährlich herausgestellt. Für mich war klar, wir müssen abbrechen."

Konkurrentin mit künstlichem Sauerstoff unterwegs
Im Gegensatz zu Kaltenbrunner schaffte es die Südkoreanerin Oh Eun Sun (43) mit einem Gipfelsieg am Nachbarberg Gasherbrum I (8.068 m) ihren 13 Achttausender - als erste Frau. Vergleichen will sich die Oberösterreicherin mit der Asiatin in keiner Weise: "Ich habe es schon mitgekriegt, aber erst Tage später", so Kaltenbrunner über deren Erfolg. "Aber das spielt für mich keine Rolle: Die Koreanerinnen sind in einem so anderen Stil unterwegs, haben ein anderes Erleben am Berg. Es berührt mich überhaupt nicht, dass sie den 13. Achttausender bestiegen hat."

"Der Unterschied besteht darin, dass sie oft mit künstlichem Sauerstoff unterwegs ist und mit großen Teams, die ihr Fixseile anbringen", so die 38-Jährige über Oh Eun Sun. "Es geht ihr darum - das sagt sie ganz offen -, die erste Frau auf allen 14 Achttausendern zu sein." Sie selbst lege vor allem auf das Erlebnis am Berg, das Erreichen von Zielen aus eigener Kraft großen Wert und nicht auf den 14 Achttausender-Rekord: "Mir ist das einfach unwichtig, hätte ich das auch gewollt, hätte ich genauso Träger haben könne", meinte Kaltenbrunner.

Gründliche Erholung
Die Aufstieg-Versuche am K2 seien für diesmal - verglichen mit anderen Expedition - außergewöhnlich gewesen, betonte die 38-Jährige. Ihr Ehemann Ralf Dujmovits sei nicht dabei gewesen und den letzten Aufstieg habe sie ohne ihren Begleiter David Göttler gewagt: "Ich wollte unbedingt einen zweiten Versuch unternehmen", meinte sie. "Es war schon sehr anstrengend. Das schwere Material habe ich allein getragen, oft allein gespurt, das hat mich schon sehr viel Kraft gekostet."

Aus diesem Grund will sich Kaltenbrunner in ihrer Heimat zunächst gründlich erholen und erst dann neue Pläne schmieden. "Im Herbst werde ich nicht mehr zu einem Achttausender aufbrechen", betonte die 38-Jährige. "Es gibt daheim viele schöne Berge, ich hoffe es gibt einen schönen Herbst." Die Abreise aus Pakistan ist am Freitag geplant. "Am meisten freue ich mich auf meinen Mann, auf daheim, das Grün und meine Familie, die ich schon sehr vermisse, und frisches Obst und Gemüse, eine Dusche - ganz gewöhnliche Dinge", so Kaltenbrunner.

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