Sonderthema:
Oberster Polizeichef unter Beobachtung

Amtsmissbrauch

Oberster Polizeichef unter Beobachtung

Vom Jäger zum Gejagten: Alois Lißl, oberster Polizist im Lande, muss sich seit Wochen mit schweren Anschuldigungen herumschlagen. Die Staatsanwaltschaft Wels hat Erhebungen wegen Verdachts des Amtsmissbrauchs und der Verletzung des Amtsgeheimnisses gegen den Sicherheitsdirektor eingeleitet. Mit richterlichem Beschluss wurde Lißl sogar bespitzelt: Sämtliche Anrufe auf sein Mobiltelefon wurden registriert.

Was macht Lißl mit den Fotos?
Kürzlich mussten sechs Kriminalisten vor Beamten des Büros für interne Angelegenheiten (BIA) aussagen. Die polizeiinternen Korruptionsbekämpfer wollten wissen, was Lißl an Verbrechenstatorten genau mache. Ob er etwa fotografiere. Ob ihm die dabei benutzte Kamera dienstlich zugeteilt sei. Und: Was er mit den Fotos mache und ob diese für die Ermittlungen verwendet würden. Ins Rollen gekommen war die Affäre offenbar, weil die Welser Staatsanwaltschaft mit öffentlichen Aussagen Lißls zu verschiedenen Verbrechen nicht einverstanden war.

Medienpräsenz
Es stimme schon, dass Lißl in den Medien sehr präsent sei, verteidigen ihn die Kriminalisten. Aber das helfe ihnen, weil sie dadurch bei ihrer Arbeit den Rücken frei hätten. Alois Lißl zu den Vorwürfen: „Die Sache wird derzeit von der Staatsanwaltschaft überprüft. Wir haben uns nichts vorzuwerfen.“

Im Mai endet Lißls Amtszeit. Dann wird der Posten neu ausgeschrieben – die jetzigen Ermittlungen könnten seine Wiederbestellung gefährden.

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