Polizei fürchtet Hooligan-Großangriff

Schläger-Verbündung

© TZ Österreich Schwarzl

Polizei fürchtet Hooligan-Großangriff

100 Polizisten im Einsatz, drei Festnahmen, zahlreiche Anzeigen, drei verletzte Beamten, ein demolierter Streifenwagen und Stadioneinrichtung – das Ergebnis der Randale beim Match Blau Weiß Linz – GAK am 12. Juni. „Insgesamt gab es 8.000 Euro Sachschaden“ so der Linzer Polizeidirektor Walter Widholm. Jetzt hat die Polizei zudem das Video ausgewertet. „Wir haben weitere Täter identifiziert und angezeigt.“ Die meisten stammen aus der rechtsextremen Hooliganszene, sind amtsbekannt.

Fan-Gruppen solidarisieren sich
Das Neue und Schockierende jedoch: Auf Seite der Linzer waren nicht nur Anhänger von Blau Weiß zu finden, sondern auch von den an sich verfeindeten Linzer LASK- und Welser Rapid-Hooligans. „Man hat deutlich gesehen, dass es bei diesem Spiel Solidarisierungseffekte gegeben hat“, so Widholm.

Dritte Halbzeit
Das deckt sich auch mit ÖSTERREICH-Recherchen. So zeigt ein Foto die früher verfeindeten Hooligan-Gruppen bei einer Verbrüderungsfeier. Neue Parole: Gemeinsam in die „dritte Halbzeit“ gehen – damit ist die groß angelegte Zerstörungstour und Randale nach Spielen gemeint.

Aktiv rechtsradikal
Unter den Protagonisten finden sich nicht nur polizeibekannte Fußballschläger, sondern auch aktive Rechtsradikale, nicht wenige waren in dem als neonazistisch eingestuften „Bund freier Jugend“ (BFJ) aktiv. Als dessen Führer im Gefängnis saßen, führte sogar einer der vorderen LASK-Hooligans, Roman G., die BFJ-Geschäfte.

Linzer Polizei in Sorge
Die Kontakte in die rechte Szene sind nicht eingestellt: So engagiert sich der Anführer der Steyregger Hooligans in der FPÖ. Und Roman G. ist als Gastredner beim „Frankentag“ deutscher Neonazis eingeladen, die ihren Einfluss immer mehr nach Oberösterreich ausdehnen. Die Linzer Polizei sieht die Entwicklung mit Sorge: „Wir werden diesen Vereinigungsbestrebungen und Aktivitäten Rechnung tragen“, so Widholm. So soll es nicht nur bei den nächsten Spielen im Juli noch mehr Polizeipräsenz geben. Auch die Hooliganszene soll mehr unter Druck gesetzt werden.

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