Pumpgun-Pater zahlte Schweigegeld

Sexueller Missbrauch

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Pumpgun-Pater zahlte Schweigegeld

Jener Pater des oberösterreichischen Stiftes Kremsmünster, gegen den die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs ermittelt und der in seinem Kasten eine nicht registrierte Pumpgun verwahrt hat, soll mit Selbstmord gedroht haben, falls ihn das Opfer anzeigen werde. Das berichteten die "Oberösterreichischen Nachrichten" in ihrer Samstag-Ausgabe. Zudem soll der Geistliche rund 300.000 Schilling (rund 21.802 Euro) "Schweigegeld" bezahlt haben.

   Im Zuge der bekanntgewordenen Missbrauchswelle waren im Frühling auch Vorwürfe gegen insgesamt fünf Patres des Stiftes aufgetaucht. Sie wurden von Abt Ambros Ebhart suspendiert. Gegen drei Geistliche nahm die Staatsanwaltschaft Ermittlungen auf. Zwei Verfahren wurden mittlerweile wegen Verjährung eingestellt. Gegen den dritten Beschuldigten - jenen 77-Jährigen, in dessen Kasten die Pumpgun gefunden wurde - wird nach wie vor ermittelt. Der Pater soll Schüler des Stiftsinternats sexuell missbraucht und auch misshandelt haben.

   Laut Bericht der OÖN soll der Geistliche dem Opfer mit Selbstmord gedroht haben, falls die gewalttätigen Übergriffe bekanntwerden würden. Er werde sich mit seiner Pumpgun erschießen, soll der Mönch angekündigt haben. Außerdem habe der Pater dem früheren Zögling 300.000 Schilling "Schweigegeld" bezahlt. Nach den Ermittlungen des Landeskriminalamtes habe das Missbrauchsopfer damit seine Psychotherapie finanziert, so der Zeitungsbericht.

   Der Abt des Stiftes, Ambros Ebhart, wollte die Ermittlungsergebnisse in der Zeitung nur indirekt bestätigen. Er habe schon "einmal etwas davon gehört", dass eine "Summe" gezahlt worden sei, sagte er. Das Stift habe aber sicher nichts gezahlt.

   Zu möglichen Selbstmorddrohungen wollte sich Abt Ambros nicht näher äußern. "Ich denke nicht, dass er mit Selbstmord gedroht hat. Aber man kann nichts ausschließen. Es mag schon sein, dass man solche Gedanken hat." Die Pumpgun habe der Geistliche von "jemandem zur Aufbewahrung" bekommen. Danach dürfte sie in den Besitz des Paters übergegangen sein. Dass der Pater jemals mit der Waffe geschossen habe, glaube er nicht, sagte Abt Ambros.
 

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