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Tod nach Traum-Urlaub

Drama

Tod nach Traum-Urlaub

Flughafen Graz-Thalerhof, vergangenen Dienstag, 15.21 Uhr: Ein halbes Dutzend Sanitäter, Notärzte, ein Rettungswagen des Roten Kreuzes und ein ÖAMTC-Notarzt-Hubschrauber gehen am Rollfeld in Stellung. Es herrscht Anspannung und Nervosität. Jede Minute erwarten sie die Landung eines Urlaubsfliegers aus Ibiza.

Und sie rechnen mit dem Schlimmsten. Denn während des Fluges von der Party-Metropole über Mallorca mit dem Zielflughafen Linz hatte sich an Bord ein Drama abgespielt. Mitten im Flug meldete sich eine 23-jährige Oberösterreicherin bei der Stewardess. „Mir ist so übel ...“ Die Frau klagt über starke Kreislaufbeschwerden, fühlt sich schlapp. Bei den anderen Passagieren kommt kurz Hektik auf: „Reist hier ein Schweinegrippe-Opfer mit?“, fragen sie sich.

Der ÖAMTC-Hubschrauber fliegt die Kranke ins Spital
Doch die geschulten Stewardessen erkennen bald: Kein Schweinegrippe-Alarm. Die Symptome bei der jungen Frau sind anders als beim H1N1-Virus. Sie informieren den Piloten über den Notfall. Er handelt rasch. „Kurz nach 15 Uhr hat der Pilot per Funk einen Notarzt angefordert“, sagt Flughafen-Graz-Direktor Gerhard Widmann (rechts).

Die Maschine landet. Die Urlauberin wird aus dem Flieger in den Notarztwagen gelegt und untersucht. Der Notarzt entscheidet sofort: Ihr Zustand ist ernst, Weitertransport ins Krankenhaus. Mit dem ÖAMTC-Hubschrauber geht es ins Landeskrankenhaus Graz- West. Der stellvertretende Ärztliche Direktor, Gerald Geyer, sagt zu ÖSTERREICH: „Die Patientin ist gleich auf die Intensivstation gebracht worden. Wir haben Kreislauf stabilisierende Maßnahmen eingeleitet. Es wurden Labortests, Ultraschall und Röntgen durchgeführt.“

Todesursache: Bakterielle Sepsis, Abwehrschwäche
Bald stellen die Ärzte jedoch fest: Es handelt sich um ein Multiorganversagen – ausgelöst durch eine schwere Infektion und eine Abwehrschwäche. Die Patientin hat keine Chance. Sechs Stunden nach der Landung stirbt sie. Todesursache: Bakterielle Sepsis. Laut den Ärzten können Influenza, Schweinegrippe oder virale Erkrankungen völlig ausgeschlossen werden. Die Eltern, die noch am Nachmittag mit dem Auto nach Graz eilen, stehen unter Schock.

Erst im Nachhinein lässt sich das wahre Ausmaß der Tragödie rekonstruieren. Geyer: „Wahrscheinlich hat sich die junge Frau eine Mikroverletzung zugezogen. Eine kleine Schnittverletzung, die sie gar nicht gemerkt haben muss. Dadurch sind die Bakterien auch in ihr Blut gelangt.“

Die Frau hat sich die Verletzungen wohl am Strand zugezogen, sich etwa mit einem Stein geschnitten. Geyer: „Die Frau war chronisch krank. Deshalb hat sie auch eine starke Abwehrschwäche entwickelt. Und das führte in Kombination mit der Infektion zum schnellen Tod.“

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