28. Juli 2010 19:20
Finger so dünn wie Zahnstochter, Haut so zart und faltig wie Seidenpapier –
die Vierlinge von Wels. Die Mädchen sind gesund. Aber sie kamen viel zu
früh: Das erste Baby in der 24. Schwangerschaftswoche am 8. Juli. Seine drei
Schwestern wurden eine Woche später per Kaiserschnitt geholt. Gerade mal 500
Gramm wogen die Frühchen. Seither liegen sie in Brutkästen in der
Kinder-Intensivstation in Wels. Die Temperatur ist genau geregelt,
Sauerstoff wird zugeführt. Via Magensonde werden die Frühchen ernährt. Rund
um die Uhr werden die Kleinen überwacht: „Es ist ein tägliches Zittern, dass
sie es schaffen“, analysiert der Gynäkologe Dr. Gerhard Bogner, der die
Mutter seit Beginn der Schwangerschaft betreut, zu ÖSTERREICH. Aber der
Zustand der Kleinen ist stabil: „Sie kämpfen jetzt schon so, dass man als
Mama gar nicht aufgeben kann“, sagte Sonja, die Mutter, im ORF-Interview.
Dreimal pro Tag kommen sie und ihr Mann Thomas in die Klinik. Helfen mit.
Kreislaufsystem in Ordnung
Langer Kampf. Jedes Baby, das vor
Beendigung der 37. Schwangerschaftswoche geboren wird, gilt als Frühchen.
Wer weniger wiegt als 1500 Gramm ist Hochrisikopatient: „Trotzdem haben
Frühstarter heute recht gute Chancen“, sagt Arnold Pollak, Vorstand der
Uni-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde am AKH in Wien: „Außerdem ist es
ein großer Vorteil, dass es sich bei den Vierlingen um Mädchen handelt –
Mädchen entwicklen sich einfach besser als Buben – das zeigen alle
Statistiken.“ sagt der Mediziner: „Wichtig ist jetzt, dass Lungen- und
Kreislaufsystem in Ordnung sind, die Kleinen keine Atemhilfe mehr brauchen,
keine Infektionen auftreten, rasch auf Muttermilch-Ernährung umgestellt
werden kann.“
Wahrscheinlichkeit
Gute Chancen. Die Wahrscheinlichkeit, dass
alle vier völlig gesund durchkommen werden, stehen mehr als gut: „Wenn die
Kleinen voll atmen können, dann sind sie erfahrungsgemäß übern Berg“, sagt
Kinderarzt Pollak.