15 Jahre Haft für mutmaßlichen Kinderschänder

Salzburg

© Niesner / Tageszeitung ÖSTERREICH

15 Jahre Haft für mutmaßlichen Kinderschänder

Im fortgesetzten Prozess gegen einen mutmaßlichen Kinderschänder am Salzburger Landesgericht ist am Donnerstagabend ein Urteil gesprochen worden: Über den 50-jährigen, elf Mal vorbestraften Tiroler wurde eine Freiheitsstrafe von 15 Jahren und damit die Höchststrafe verhängt. Zudem wird der Mann, der im Februar 2008 eine elfjährige Schülerin in der Wohnung ihrer Eltern in der Stadt Salzburg laut Anklage vergewaltigt hat, in eine Anstalt für geistig abnorme, aber zurechnungsfähige Rechtsbrecher eingewiesen.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig, der Beschuldigte bat um Bedenkzeit. Alle acht Geschworenen haben den Tiroler "schuldig wegen Vergewaltigung mit der Folge einer schweren Körperverletzung befunden", erklärte die Mediensprecherin des Landesgerichts Salzburg, Elisabeth Schmidbauer. Dem Opfer wurde ein Teilschmerzensgeld in der Höhe von 13.000 Euro zugesprochen.

Beschuldigter streitet Tat ab
An jenem 27. Februar ist der Beschuldigte nach seiner Psychotherapie der Schülerin in das Mehrparteienhaus gefolgt, so lautete der Vorwurf von Staatsanwalt Andreas Allex. Doch der Angeklagte meinte, er wollte dort nur zwei Bekannte treffen. Wegen seines Alkoholkonsums sei ihm plötzlich schlecht geworden. Um sich in einer Toilette zu übergeben, sei er in die Wohnung des Mädchens gegangen. Weil das Kind, das alleine zu Hause war, um Hilfe schrie, habe er in Panik seinen Unterarm gegen ihren Hals gedrückt. "Schon nach drei Minuten war ich wieder weg. Vergewaltigt habe ich sie nicht." Laut seinem Verteidiger Manfred Göttlicher sind keine Spuren eines Missbrauchs gefunden worden.

Der Tiroler hat das an Kleinwuchs leidende Mädchen nach Angaben des Staatsanwaltes nicht nur vergewaltigt, sondern ihm auch noch mit dem Umbringen gedroht, falls es sich zur Wehr setze. "Er drohte, sie zu erstechen und würgte sie", sagte Allex. Die Schülerin habe durch den Gewaltakt und den sexuellen Missbrauch Gefäßverletzungen und eine schwere posttraumatische Belastungsstörung erlitten. "Sie hat immer noch Angstzustände, Albträume und Panikattacken."

Täter hat hohes Rückfallrisiko
Neuropsychiater Bernhard Mitterauer attestierte dem 50-Jährigen eine höhergradige psychische und geistige Abnormität mit einem hohen Rückfallrisiko und einem Gefährlichkeitspotenzial. Der Tiroler war bereits wegen geschlechtlicher Nötigung und versuchtem schweren Raub zu einer zwölfjährigen Haftstrafe verurteilt worden, zehn Jahre davon verbrachte er im Gefängnis. Er soll 1994 fünf Studentinnen in ihrer Unterkunft betäubt und sich an ihnen vergangen haben.

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