180 Tiere qualvoll im Schnee verendet

Schnee-Drama

 

180 Tiere qualvoll im Schnee verendet

Seit Freitag ist der Helikopterstützpunkt St. Johann im Pongau im Dauereinsatz. Die Piloten und Helfer der Knaus Helicrew fliegen mit drei Hubschraubern unermüdlich im gesamten Bundesland Einsatz für Einsatz. Hunderte im Schnee eingeschlossene Pferde, Schafe und Kühe gilt es aus ihrer prekären Lage in den hochalpinen Gebieten zu bergen.

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Geschwächte Tiere
"Unsere Haupteinsatzgebiete sind das Tennengebirge, Kaprun und das Steinerne Meer", schildert Einsatzleiter Toni Rainer. "Unsere Crew birgt größtenteils sehr geschwächte Kühe und Schafe aus ihrem Schneegefängnis." Rainer weiß, dass jede Minute zählt, denn die Tiere vegetieren ohne Futter und in eisigen Temperaturen in über 2000 Metern Höhe dahin. Die Bauern in den betroffenen Gebieten kämpfen ohne Pause, um ihr Vieh ins Tal zu bekommen, bei Einigen geht es um alles. Viele würde ein Verlust der Tiere an den Rand der Existenz bringen.

Der Kälteeinbruch vergangene Woche, der Neuschnee bis 120 cm brachte, schloss die Nutztiere ein, ohne Futter und Schutz. "Die meisten Tiere sind extrem geschwächt und müssen von den Bauern wieder aufgepäppelt werden", schildert der Einsatzleiter.

Noch hunderte Vermisste.Allein am Montag wurden von der Heli-Crew dutzende Kühe und Schafe gerettet. 12 Lipizzaner eines St.Johanner Bauern wurden mit 700 Kilo Heu versorgt und ins Tal getrieben. In der Beilwand (Kitzsteinhorn) hatte sich ein 57-jähriger Bauer auf der verzweifelten Suche nach seinen Schafen verirrt. Er musste geborgen werden. Für 180 Schafe kam jede Hilfe zu spät: Sie erfroren.

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Kritik an der Leichtsinnigkeit so mancher Bauern im Umgang mit ihren Tieren auf den Hochalmen, übt der Pinzgauer Katastrophenreferent Kurt Reiter: "Eine Harakiri-Aktion sondergleichen." Reiter wirft den Bauern vor sich nicht rechtzeitig um den Almabtrieb ihres Viehs, trotz eindeutiger meteorologischer Warnungen, gekümmert zu haben. "Aufgrund des massiven Schneefalls im Pinzgau sind hunderte Kühe und Schafe im Hochgebirge eingeschlossen und müssen per Hubschrauber geborgen werden, beziehungsweise mit Futter versorgt werden. Den Nutztieren drohe der Tod durch Erfrieren oder Verhungern. Hätten die Bauern früh genug den Wetterbericht verfolgt, wäre viel weniger Schaden entstanden", wettert Reiter.

Kostenkritik
Kritik wird auch an den Kosten der Einsatzflüge laut. Die Bergungskosten werden komplett vom Land Salzburg übernommen. Ein Einsatz kostet bis zu 3.500 Euro.

Reiter bemängelt zudem, dass das Land die Kosten für Helikopter und Hilfsaktionen deckt, während die Hilfe für Unfallopfer im Gebirge von diesen privat bezahlt werden muss.

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