Frau ermordete Salzburger Architekten

Tatverdacht

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Frau ermordete Salzburger Architekten

Im Fall des Mitte September im Salzburger Stadtteil Aigen ermordeten 64-jährigen Gert B. dürfte der Polizei nun der Durchbruch geglückt sein: Am Mittwoch wurde eine 28-jährige Frau festgenommen, die der Tat dringend verdächtigt wird. Sie hatte die allerletzten Telefonate mit dem Handy des Opfers geführt, außerdem wurden sowohl Fingerabdrücke als auch DNA-Spuren von ihr in der Wohnung des Mannes gefunden, sagte Gerhard Waltl vom Landeskriminalamt Salzburg. Die Frau bestreitet die Tat.

Leiche
Die Leiche des Baumeisters war am 7. Oktober in dessen Wohnung entdeckt worden, nachdem Verwesungsgeruch die Nachbarn aufgeschreckt hatte. Der Mann dürfte damals bereits rund drei Wochen tot in seiner Wohnung gelegen sein. Die Leiche wies zahlreiche Stichwunden und massive Schädelverletzungen auf, vermutlich wurde er mit einem Pokal erschlagen, den der Täter aus der Wohnung mitgenommen hatte.

Handy entwendet
Außerdem fehlten eine braune, abgegriffene Ledermappe, ein Bund mit vier Schlüsseln und ein Klapphandy der Marke Nokia 6600, das die Fahnder nun auch auf die Spur zur Verdächtigen geführte hatte: Die Rufdaten-Rückerfassung ergab, dass sie in der Nacht auf den 18. September mehrmals damit telefonierte und sich auch ein Taxi zur Wohnung des Baumeisters bestellte, von wo sie sich wegbringen ließ.

Festnahme
Am Mittwoch wurde die 28-Jährige im Auftrag des Gerichts festgenommen. Nach anfänglichem Leugnen gab sie zu, in der Wohnung des Opfers gewesen zu sein. Sie hätte den 64-jährigen zufällig kennengelernt, der sich nach einer Reinigungshilfe umschaute. Deshalb sei sie auch bei ihm gewesen - an den Tag könne sie sich aber nicht mehr erinnern. Dort habe sie die Wohnung geputzt.

Der Bekannte
Als der 64-Jährige dann aber zudringlich geworden sei, habe sie ihn zurückgewiesen und wollte die Wohnung verlassen. Und da er ihr kein Geld für das Reinigen geben wollte, habe sie das Handy, den Schlüssel und eine Tasche - aber nicht die Ledermappe, so Waltl - mitgenommen und sei mit dem Taxi weggefahren. Im Einkaufszentrum Europark - so die Version der Verdächtigen weiter - soll sie einen früheren Bekannten getroffen haben, dem sie den Schlüssel übergab. Später habe er ihr den Mord am 64-Jährigen gestanden.

Die Polizei nahm deshalb am Mittwoch auch den 47-Jährigen vorübergehend fest. Dieser bestritt jeden Zusammenhang. Es wurden auch keinerlei Hinweise auf ihn am Tatort gefunden. "In der Wohnung gab es nur Spuren des Opfers und der Verdächtigen", sagte Waltl. Der Mann wurde daraufhin wieder entlassen.

Stichwaffe
Das Handy will die 28-Jährige wenig später in einen Kanal geworfen haben. "Es wurde von ihr nur noch in der Nacht auf 18. September verwendet", sagte der Kriminalist. Gefunden wurde es bisher ebenso wenig wie der Pokal und die Stichwaffe, mit der der Baumeister höchstwahrscheinlich umgebracht wurde. Waltl geht von einem Küchenmesser aus der Wohnung des 64-Jährigen aus, weil dort ein nur einziges Brotmesser und normales Besteck aufgefunden wurden.

Die Verdächtige lebt in der Stadt Salzburg, ist ohne Beschäftigung und rechnet sich laut Waltl selbst dem Suchtgiftmilieu zu. Sie wird heute im Verlauf des Vormittages noch einmal einvernommen und anschließend in die Justizanstalt überstellt.

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