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Rettung um 2.18 Uhr

Rettung um 2.18 Uhr

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Happy End im Höhlen-Drama

48 Stunden war er in der Tiefe eingeschlossen. 48 Stunden, in denen er heftige Schmerzen hatte und nur mehr eines wollte: raus. Raus aus dieser Höhle! Und gestern Nacht war es endlich so weit.

Senkrecht im Berg: So lief die spektakuläre Bergung
Mit der Hilfe von insgesamt 116 Rettern konnte der polnische Forscher Marek Gizowski (27) Samstagfrüh um 2.20 Uhr endlich aus der Jack Daniel’s Höhle im Salzburger Tennengebirge befreit werden. Die Chronologie der spektakulären Bergung:

Forscher_1.jpg © APA
(c) APA

- Freitag, 1 Uhr: Notfallmediziner Wolfgang Farkas hat den jungen Polen erstversorgt, ist ständig bei ihm. Die Helfer legen die ersten Meter in dem 11,2 Kilometer langen Höhlensystem zurück.

- Freitag, 12 Uhr: Die Bergung läuft sehr gut. 80 Höhlenmeter hat das Team mit Marek Gizowski schon zurückgelegt. Die schwierigsten Stellen aber warten noch.

- Freitag, 14 Uhr: Teilweise senkrecht geht es jetzt bergauf. Für den verwundeten Forscher zum Teil eine Zumutung. Einsatzleiter Wilfried Seidl: „Der Patient hat das Tempo bestimmt. Waren die Schmerzen zu groß, wurde pausiert.“ Aber: Marek Gizowski ist ein Kämpfer.

Heli-Piloten flogen sogar mit Nachtsichtgeräten

- Freitag, 22 Uhr: Unruhe kommt auf, der Aufstieg verzögert sich. Der Grund: Im letzten Bergungsabschnitt halten die Flaschenzüge nicht. Neue Verankerungen müssen in den Fels geschlagen werden. Währenddessen wird das Wetter immer schlechter.

- Samstag, 1 Uhr: Bundesheer-Pilot Mathias Sporer und sein Team bereiten sich in Abtenau auf ihren Heli-Flug vor. Aber Hangwolken und Nebel erschweren jetzt die Sicht. Auch Nachtsichtgeräte sind nötig.

- Samstag 2.18 Uhr: Endlich! Marek Gizowski wird aus der Höhle gebracht! Nach 48 Stunden in absoluter Dunkelheit. „Die Erleichterung beim Team war gewaltig“, sagt Einsatzleiter Seidl.

- Samstag, 2.40 Uhr: Der Hubschrauber (Typ Alouette III.) hebt ab. Der 27-Jährige wird ins Landeskrankenhaus Salzburg geflogen und: Es geht ihm besser als gedacht. Nicht eine einzige OP ist nötig.

Diashow Polnischer Höhlenforscher abgestürzt

Höhlenrettung Tennengebirge

Höhlenrettung Tennengebirge

Höhlenrettung im Tennnengebirge

Bergrettung Salzburg, Wallinger

Höhlenrettung im Tennengebirge

Höhlenrettung im Tennengebirge

Bergrettung Salzburg, Wallinger

Höhlenrettung im Tennengebirge

Höhlenrettung im Tennengebirge

Höhlenrettung im Tennengebirge

Höhlenrettung im Tennengebirge

Höhlenrettung im Tennengebirge

Höhlenrettung im Tennengebirge

Höhlenrettung im Tennnengebirge

Höhlenrettung Tennengebirge

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Höhlenrettung Tennengebirge

Höhlenrettung Tennengebirge

Bergrettung Salzburg, Wallinger

Höhlenrettung Tennengebirge

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Höhlenrettung Tennengebirge

Höhlenrettung Tennengebirge

Höhlenrettung Tennengebirge

Höhlenrettung Tennengebirge

Höhlenrettung Tennengebirge

Höhlenrettung Tennengebirge

Höhlenrettung Tennengebirge

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OP war nicht nötig

Neben der Rettung ist auch der Gesundheitszustand von Marek Gizowski ein kleines Wunder.

Andere hätten diese Strapazen vielleicht gar nicht überlebt. Marek Gizowski allerdings geht es so gut, dass vielleicht nicht einmal eine Operation nötig ist!

Kälte und Transport 
setzten dem Kletterer zu

l Hirntrauma: Wie berichtet stürzte der junge Pole in der Jack Daniel’s Höhle Donnerstagfrüh sieben Meter ab. Bei dem Sturz holte er sich ein leichtes Schädelhirntrauma, brach sich mehrere Rippen, nicht aber wie vorerst angenommen den Oberschenkel, dafür aber das Becken.

l Blutergüsse: Hinzukommen Dutzende Schwellungen, Blutergüsse und Quetschungen, aber: „Er ist bei guten Allgemeinzustand“, sagt Herbert Resch, Chef der Uniklinik für Unfallchirurgie am Salzburger Uniklinikum.

l Unterkühlt: Eines der Hauptprobleme: Der junge Pole hat bei seinem ungewollt langen Aufenthalt in der nur drei Grad kalten Höhle leichte Erfrierungen davongetragen.

l Mental stark: Schon während seiner Höllentour zum Ausgang aber war Gizowski immer ansprechbar und mental sehr stark. „Er ist jung, fit und ein harter Kämpfer“, erklärte Einsatzleiter Wilfried Seidl.

hoehlenforscher2.jpg © APA
(c) APA

"Flug war etwas Besonderes"

Bundesheer-Hauptmann Ma­thias Sporer über den spektakulären Rettungseinsatz.

ÖSTERREICH: Wann wurden Sie über Ihren Einsatz informiert?
Mathias Sporer: Das war am Freitagabend um 21.15 Uhr. Um 22.30 sind wir dann von unserem Stützpunkt von Aigen im Ennstal nach Abtenau geflogen.

ÖSTERREICH: Wie ging es dann weiter?
Sporer: Es war dann schnell klar, dass der Kamerad um circa zwei Uhr an die Oberfläche kommen soll. Das Hauptproblem für uns war aber das Wetter.

ÖSTERREICH: Warum?
Sporer: Weil es am Landeplatz auf 2.100 Metern Hangwolken und Nebel gab. Wir haben dann ein Fenster genutzt, sind mit Nachtsichtgeräten geflogen. Das war schon etwas Besonderes.

ÖSTERREICH: Wie ging es dem abgestürzten Forscher bei Ihnen an Bord?
Sporer: Er war stabil, ansprechbar und hat die ganze Zeit etwas auf Polnisch geredet.

(mud)

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