Prozess wegen Mordversuchs

5 Stiche in Rücken

© Pichler

Prozess wegen Mordversuchs

„Ich wollte nur sagen, dass es mir irrsinnig leid tut.“ Mario M. (21) aus Salzburg zeigte sich am Donnerstag vor einem Geschworenengericht zutiefst reumütig – kein Wunder: ein Geständnis und Reue mildern die Strafe.

Sein Verteidiger Kurt Jelinek übergab der Anwältin des Opfers vor den Augen der Geschworenen sogar 300 Euro. Das letzte Geld seines Mandaten war als Anzahlung für das Schmerzensgeld gedacht.

Persönlich konnte sich der Messerstecher bei seinem Opfer allerdings nicht entschuldigen. Alex K. (26) bestand darauf, seinem Peiniger nicht persönlich begegnen zu müssen. Zu tief sitzt noch der Schock nach der Nacht zum 8. März.

Attacke
Alex K. wollte vor dem Atrium West einen Streit zwischen Mario M. und dessen Freundin Monika P. schlichten. Als „Dank“ bekam er zuerst einen Faustschlag der jungen Frau ins Gesicht und dann fünf Stiche in den Rücken. Einer durchstieß sogar das Schulterblatt, ein zweiter fuhr durch die Lunge. Nur eine sofortige Notoperation rettete das Leben des jungen Vaters.

„Blackout“
Für Staatsanwalt Karl Rene Fürlinger war der Angriff ein Mordversuch. Dafür sprechen Anzahl und Wucht der Stiche. Verteidiger Jelinek räumt ein „Blackout“ und eine „unentschuldbare Überreaktion“ ein, sieht die Tat aber als schwere Körperverletzung.

Der Unterschied
Bei Mordversuch drohen bis zu 20 Jahre oder lebenslänglich, bei absichtlicher schwerer Körperverletzung nur fünf Jahre Haft.

Anstalt
Mario M. wurde unter den Augen seiner besorgten Mutter direkt aus der Haft vorgeführt. Derzeit sitzt er 15 Monate wegen gefährlicher Drohung und Stalkings ab – seine bereits zweite Haft.

Im Alter mit 15 Jahren wurde er nach einer Reihe von Eigentums- und zwei Gewaltdelikten in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingeliefert, weil er als massiv gefährlich galt.

Viereinhalb Jahre saß der Jugendliche in der Anstalt. Daher könne der Angeklagte mit Stress und Druck heute nicht umgehen, argumentiert sein Verteidiger.

Vertagt
Der Prozess wurde am Nachmittag auf den 5. Oktober vertagt, weil eine Zeugin nicht erschienen war.

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