16. März 2010 09:58
Mit bis zu einem halben Meter Neuschnee innerhalb von 24 Stunden hat der
Winter im Bundesland Salzburg von Montag auf Dienstag noch einmal ein
kräftiges Lebenszeichen von sich gegeben. Es dürfte aber das letzte gewesen
sein. Die Straßen präsentierten sich entsprechend winterlich,
Schwerfahrzeuge mussten auf vielen höher gelegenen Verbindungen mit Ketten
ausgerüstet werden. Die Lawinengefahr ist im ganzen Bundesland erheblich,
sie dürfte am Mittoch sogar noch steigen.
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40 Zentimeter Neuschnee wurden am Dienstag im Raum Hintersee (Flachgau)
gemessen, in Mühlbach am Hochkönig (Pongau) waren es 25 und in
Saalbach-Hinterglemm (Pinzgau) noch 20 Zentimeter. "Am Alpennordrand
gab es die meisten Niederschläge, hier dürften stellenweise 50 Zentimeter
Schnee gefallen sein", sagte Bernhard Niedermoser von der ZAMG
Salzburg. Am Alpenhauptkamm fiel der Neuschnee-Zuwachs mit zehn bis 20
Zentimeter bescheidener aus.
Ketten auch für Pkws notwendig
"Die Bergstraßen sind
derzeit tiefwinterlich, Schwerfahrzeuge kommen vielfach nur mit Ketten weiter",
so ein Sprecher des ÖAMTC. Auf der Hochkönig Bundesstraße und der
Gaisbergstraße mussten sogar bei Pkw Ketten angelegt werden. Die Pass
Gschütt Bundesstraße war am Dienstagvormittag bei Oberscheffau (Tennengau)
wegen hängen gebliebener Lkw gesperrt, und auch die B311 zwischen Saalfelden
und Maishofen war nach einem Unfall vorübergehend gesperrt.
Wegen des Neuschnees und des starken Nordwestwindes herrscht im gesamten
Bundesland Lawinenwarnstufe 3 (erheblich). Besonders in den Nordalpen sind
auch größere Selbstauslösungen möglich. Die Problemzonen liegen im
eingewehten Steilgelände sowie in steilen Rinnen und Mulden. Durch den
raschen Temperaturanstieg dürfte morgen die Gefahr sogar noch ansteigen.
Ab Mittwoch dreht laut Niedermoser die Strömung auf West, so dass deutlich
mildere Atlantikluft kommt. Am Wochenende müsse zwar wieder mit einer
Störung gerechnet werden, die Schneefallgrenze werde aber dann bei etwa
1.500 Meter liegen. In den Niederungen gebe es nun Temperaturen, die der
Jahreszeit entsprechen, nämlich zehn Grad plus oder mehr, so der
Meteorologe, dessen Angaben zufolge dies der letzte Wintereinbruch gewesen
sein dürfte.
Chaos auch in Tirol
Neuschnee hat am Dienstagvormittag neuerlich
für Verkehrsbehinderungen auf Straßen in Teilen Nordtirols gesorgt. Auf
mehreren Verbindungen am Fernpass und im Unterland bestand Kettenpflicht für
alle Fahrzeuge. Meldungen über Unfälle lagen nach Angaben der Polizei
zunächst nicht vor.
Betroffen war der "Katzenberg" südlich von Reutte im Außerfern. Am Achenpass
und auf der Verbindung zwischen Jenbach und Maurach musste ebenfalls
Kettenpflicht verhängt werden. Probleme meldete die Polizei außerdem auf der
Eibergbundesstraße bei Söll, wo das Kettengebot für Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen
galt. Eine Wetterbesserung wurde für den Nachmittag erwartet.
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