So zockt uns die Bettler-Mafia ab

Kampf gegen Betrüger

So zockt uns die Bettler-Mafia ab

„Als wir die Bilder gesehen haben, konnten wir es anfangs selbst kaum glauben, dass es sich um dieselben Personen handelt“, sagt der Salzburger ­Polizeidirektor Franz Ruf. Neun Monate observierten Beamte der „SOKO Bettler“ die Szene in der Mozartstadt und konnten beweisen, was ohnehin alle vermutet hatten: Viele „behinderte“ Bettler sind kerngesund.

Pate
Auch ein Bettlerpate wurde identifiziert: Der Slowake Robert L. (52) hat ein eigenes Haus, schickte zumindest vier Bettler auf die Straße und kassierte im Monat pro „Mitarbeiter“ 2.000 Euro ab. Das Geld verspielte er zum Teil im Casino.

Bettlergesetz
Nun reagiert auch die Politik: In Salzburg kündigt Landeschef Wilfried Haslauer (ÖVP) an: „Das Betteln unter Vorgabe einer Behinderung muss man unter Strafe stellen.“ In OÖ tritt am 1. Oktober ein schärferes Gesetz gegen Bettler in Kraft. Neue Vorstöße gibt es auch in Graz und Innsbruck.

FPÖ will Verbot
Wien ist ­besonders betroffen: Im Vorjahr gab es 1.600 Anzeigen gegen aggressive Bettler. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache fordert daher ein strenges Bettelverbot (siehe Interview). Die Stadtregierung schweigt – noch. Und die Polizei steckt den Kopf in den Sand. „Wien hat kein Bettel-Problem“, teilt ein Sprecher mit.
 

Stadtchef ruft auf: "Gebt den Bettlern kein Geld!"

Während die Grünen und weite Teile der SPÖ die Existenz einer Bettler-Mafia bestreiten, spricht der Salzburger Stadtchef Heinz Schaden (SPÖ) Klartext: „Ich kann nur allen raten: Gebt den Bettlern kein Geld. Wer Mitleid hat, sollte ihnen Essen geben. Aber das wollen sie meist eh nicht. Wer ihnen Geld gibt, unterstützt nur das System.“

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