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Tempo 100 wird flexibel

Schon 2008

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Tempo 100 wird flexibel

Eine schriftliche Mitteilung von Verkehrsminister Werner Faymann (SPÖ) an den zweiten Salzburger Landtagspräsidenten Michael Neureiter (ÖVP) ließ gestern aufhorchen: Demnach treten die elektronischen Tempoanzeigen zwischen Salzburg und Golling schon 2008 in Funktion. Eigentlich hätte die sogenannte Verkehrsbeeinflussungsanlage (VBA) erst im Jahre 2012, also nach Beendigung der Bauarbeiten auf der A 10, aktiviert werden sollen.

"Lichtblick"
"Das heutige Schreiben ist ein Lichtblick für den Tennengau, ich werde es in den Safe legen“, triumphiert Neureiter. Auf dem 30 Kilometer langen Autobahnstück zwischen Salzburg und Golling gilt ja – wie auch in anderen Teilen des Bundeslandes – seit 2005 aufgrund des Immissionsschutzgesetzes Tempo 100. Der zweite Landtagspräsident hatte sich wiederholt als Skeptiker der Regelung geäußert. Geht es nach dem Schreiben des Verkehrsministers wird derzeit schon intensiv an der Detailplanung gearbeitet.

Verkehrswachstum
Für Salzburg wird von Experten für 2015 eine Steigerung des Verkehrsaufkommens um 60,5 Prozent seit 2002 vorhergesagt. "Deswegen werden mit hoher Wahrscheinlichkeit die Verkehrsbeeinflussungsanlagen sogar bis zum Zetzenbergtunnel bei Werfen errichtet“, so Neureiter, "Und zwar wegen der stark wechselnden Wetterlagen nördlich und südlich des Pass Lueg“.

Freude bei ÖVP
"Ich freue mich sehr über die Entscheidung“, sagt Landeshauptmannstellvertreter und Verkehrsreferent Wilfried Haslauer (ÖVP). „Die flexible Tempolösung ist unser erklärtes Ziel. Sie zwingt Autofahrer, bei besten Bedingungen und geringer Umweltbelastung nicht mehr langsamer zu fahren“. Haslauer steht in engem Kontakt mit der Asfinag und wird die Umsetzung der Überkopfanzeigen voranschieben.

Streitfall Tempo 100 Zone
Durch den stets zunehmenden Verkehr verschlechterten sich die Luftwerte auf der Tauernautobahn zwischen Salzburg und Golling. Deshalb beschloss die Landesregierung im April 2005 das Tempo 100 Limit. Die Entscheidung sorgte immer wieder für Proteste, vor allem von den österreichischen Autofahrer-Clubs und von Politikern der ÖVP und des BZÖ. Die Umweltverschmutzung durch den Kfz-Verkehr könne nicht eindeutig nachgewiesen werden, hieß es damals. Andererseits forderten Umweltexperten, zuletzt der renommierte Naturschutzbundpräsident Roman Türk, eine Reduzierung auf Tempo 80, da die Flora und Fauna an den Schadstoffen zugrunde gehe.

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