09. November 2009 21:18
Alleine in Wien wurden am Montag
rund 6.000 Personen gegen die Schweinegrippe geimpft. In Linz wurden in den
fast 40 Impfzentren mehr als 1.200 Personen gezählt. Auch Kärnten meldete
insgesamt rund 1.000 Impfungen, in der Steiermark waren es laut ersten
Hochrechnungen 2.000 Impfwillige.
Ansturm auf das Serum
In West-Österreich war die
Impf-Bereitschaft besonders groß. Nach dem tragischen Tod einer 11-jährigen
in Innsbruck und einem neuen kritischen Fall an der Uni-Klinik stürmten in
Tirol und Vorarlberg Tausende zu den Hausärzten. Einzig in Niederösterreich
war der Andrang überschaubar. Es waren im ganzen Bundesland nur zwei
Impfstellen geöffnet, man registrierte rund 200 Schutz-Impfungen im Laufe
des Tages.
Am Dienstag wird der Ansturm sicher nicht nachlassen. Das hat drei Gründe:
- Zum einen öffnen viele Impf-Zentren erst am Dienstag. Beispiel Kärnten.
Dort waren gestern von acht Stellen nur drei geöffnet, jetzt hingegen
sind es vier.
- Zudem gab es am Wochenende den Aufruf vonseiten der Behörden, „nicht
gleich am Montag“ zur Impfung zu gehen. So sollte völliges Chaos
vermieden werden.
- Und: Viele Impfwillige standen am Montag vor langen Warteschlangen –
und gingen murrend wieder nach Hause. Beim ÖSTERREICH-Lokalaugenschein
im Gesundheitszentrum Süd in Wien-Favoriten herrschte großer Andrang.
„Gleich um sieben Uhr früh war es am schlimmsten, wir kamen fast nicht
mehr mit den Anmeldungen nach“, klagte eine Empfangsdame.
Nachmittags war der Unmut über zu wenige Stellen und Ärzte vor allem in
kleineren Impfzentren groß.
Keine Chance - extra freigenommen
ÖSTERREICH-Leserin Ursula
Bednarik beschwerte sich am Nachmittag über die Impfstelle Rößlergasse im
23. Bezirk: „Es ist nur eine Ärztin da, und die ist schon um 14 Uhr
überlastet. Ich habe mir extra den Tag freigenommen, um mich mit meiner
Tochter impfen zu lassen, man bekommt nur noch Nummern für nächste Woche.
Man sagte mir, ich soll es einfach bei einem anderen Zentrum probieren.“
Auch in Linz in der Garnisonstraße war die Stimmung teilweise sehr gereizt.
„Ich warte schon seit zwei Stunden“, erzählte etwa Andrea Manner mit Blick
auf ihr grünes Kärtchen mit der Nummer 47. „Warum dauert das alles nur so
lange“, wurde ein älterer Herr dann schon unwirsch.
Erste Kritik am Impf-System kommt jetzt von Experten. „Vor allem die
Situation am Land mit teilweise wenigen Stellen könnte man verbessern“, so
Ärztekammer-Chef Walter Dorner.
Quelle-Chef hat Schweinegrippe
Neben Dutzenden Neuerkrankungen
am gestrigen Montag könnte auch die Meldung über das erste prominente Opfer
den Ansturm noch vergrößern: Quelle-Österreich-Boss Wolfgang Binder hat sich
mit H1N1 angesteckt.