Abt entschuldigt sich für Kind-Missbrauch

Stift Admont

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Abt entschuldigt sich für Kind-Missbrauch

Der Abt des obersteirischen Stiftes Admont, Bruno Hubl, hat sich am Donnerstag für den am Mittwoch bekanntgewordenen Missbrauch von Kindern durch einen bereits verstorbenen Mitbruder entschuldigt. "Mit tiefer Betroffenheit wende ich mich an die Öffentlichkeit", so Hubl in einer Aussendung. "Es ist unserer ganzen Gemeinschaft ein Anliegen klarzustellen, dass jede Form von Kindesmissbrauch absolut zu verwerfen ist und ein äußerst schweres Unrecht gegenüber Minderjährigen darstellt", so Hubl, der auch mitteilte, dass die Diözese Graz-Seckau eine Hotline zu dem Fall eingerichtet hat.

"Nicht mehr gut zu machen"
Hubl sagte, der ehemalige Pfarrer von St. Gallen (Bezirk Liezen), "ein nun schon verstorbenes Mitglied unserer Gemeinschaft, hat sexuellen Missbrauch an Kindern verübt". Jedes Opfer habe oft ein Leben lang daran schwer zu tragen. Dies gelte erst recht, wenn ein solch gravierendes Fehlverhalten durch einen Priester oder Ordensmann geschehe. "Da einer unserer Mitbrüder schuldig geworden ist, trifft das einen jeden aus unserem Konvent sehr schwer. Wir bedauern die Vorkommnisse und möchten uns hierfür entschuldigen. Der Schaden, der bei einem solchen schuldhaften Verhalten angerichtet wird, ist nicht mehr gut zu machen", erklärte der Ordensmann.

Opfer können sich bei der Ombudsstelle der Diözese (Tel.-Nr. 0676 87426899) oder direkt beim Abt (Tel. 03613 2312) melden.

"Wir setzen alles daran, mit den Beschuldigungen offen umzugehen und aus den gemachten Erfahrungen jene Maßnahmen zu treffen, die es nach menschlichem Ermessen möglich machen, präventiv zu handeln und bei eventuellen Vorkommnissen den Schaden bestmöglich zu begrenzen", teilte Hubl mit.

Fall aus den 70er Jahren
Der Fall von - mutmaßlich mehrfachem - sexuellen Missbrauch durch einen Pfarrer war am Mittwoch in der "Kleinen Zeitung" öffentlich gemacht geworden. Die Diözese hatte bestätigt, dass der Fall aus den 1970er-Jahren bekannt sei. Allerdings sei seitens des einen bekannten Opfers nie eine Schmerzensgeld-, wohl aber eine Schweigegeldforderung gestellt worden. +

10 weitere Opfer?
Nach Angaben des Mannes sei es auf einem Jugendlager auf der Alm zu den Übergriffen gekommen, ihm seien mindestens zehn weitere Opfer bekannt. Weil er bei den anderen wie auch von den eigenen Eltern keine Unterstützung fand, habe er Jahrzehnte geschwiegen.

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