Familiendrama in der Steiermark: 2 Tote

Verblutet und verdurstet

© APA/ Leodolter

Familiendrama in der Steiermark: 2 Tote

Natürlichen Todes ist jenes Paar gestorben, das Montagabend in der Obersteiermark tot bzw. sterbend aufgefunden worden war. Wie die Obduktion am Dienstag ergab, war der 54-jährige Obersteirer wegen einer geplatzten Vene vor mehreren Tagen verblutet. Seine Lebensgefährtin war ein Pflegefall, konnte kaum gehen - ohne Hilfe dehydrierte sie und starb beim Eintreffen des Notarztes. Anfangs war man von einer Bluttat ausgegangen, erst die Gerichtsmedizin rückte den Fall in ein anderes Licht.

Von Freundin alarmiert

Alarmiert worden war die Polizei von einer Freundin der 51-Jährigen. Gegen Mittag hatten die beiden noch telefoniert, aber da sei die Frau schon sehr schlecht verständlich gewesen, meinte Ermittler Harald Winkler. Als die Bekannte am Abend noch einmal anrufen wollte, um zu fragen, ob nun wieder alles in Ordnung sei, erreichte sie weder die gehbehinderte Obersteirerin noch ihren Lebensgefährten, der sie pflegte. In Sorge rief sie kurz vor 19.00 Uhr die Polizei.

Da die Streife keine genaue Adresse von der Anzeigerin bekommen hatte, musste sie das Haus des Paares zunächst suchen. Wertvolle Minuten - wie sich später herausstellte - verstrichen, denn als die Beamten eintrafen, lebte die 51-Jährige noch. Durch das Fenster sahen sie die Frau im Wohnzimmer auf dem Sofa liegend. Sie reagierte aber nicht mehr auf Klopfen am Fenster.

Nachdem die Feuerwehr die Eingangstür aufgebrochen hatte, entdeckten die Helfer im Vorraum den in einer getrockneten Blutlache liegenden 54-Jährigen. Der alarmierte Notarzt stellte fest, dass die Frau bereits im Sterben lag und versuchte noch Rettungsmaßnahmen, jedoch ohne Erfolg.

Obduktion löst Rätsel
Wegen der unklaren Todesursache wurden beide Leichen auf Anordnung der Staatsanwaltschaft obduziert. Dabei fanden die Gerichtsmediziner heraus, dass eine Vene im linken Unterschenkel des Mannes geplatzt war. Er dürfte seit längerem ein offenes Bein gehabt haben. Als das Gefäß riss, hielt er sich vermutlich gerade im Keller auf und schleppte sich noch bis in den Vorraum im Erdgeschoß. Dort starb er vor zumindest zwei Tagen mangels Sauerstoffversorgung des Herzens.

Die Lebensgefährtin, die kaum gehen und sich daher nicht selbst versorgen konnte, erlitt infolge von Flüssigkeitsmangel eine Embolie und ein Blutgerinnsel in der Lunge. Sie starb schließlich beim Eintreffen der Notärzte an einem Herzstillstand. Beim letzten Telefonat mit ihrer Freundin hatte sie scheinbar noch versucht, auf ihre Situation aufmerksam zu machen, konnte sich aber nicht mehr deutlich genug mitteilen. Die Staatsanwaltschaft hat die Leichen zur Bestattung freigegeben.

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