Funktionär bedrohte Schiedsrichterin

Geldbuße

© APA/Sandro Campardo

Funktionär bedrohte Schiedsrichterin

Zu Drohungen und Beschimpfungen einer Schiedsrichterin hatte sich ein Fußball-Funktionär eines oststeirischen Verbandes nach einem verlorenen Spiel hinreißen lassen. Er rief die Frau an und erklärte ihr sehr drastisch, was mit ihr passieren würde, wenn sie ihren Job nicht aufgeben würde. Die Schiedsricherin zeigte ihn an, und am Freitag stand der 52-Jährige in Graz vor Gericht. Er kam mit einer Geldbuße davon.

Obszöne Drohung
Das Spiel zwischen zwei kleinen oststeirischen Fußballvereinen heuer im Mai war aufgrund eines Strafstoßes im letzten Moment 5:4 gegen den Verein des Angeklagten ausgegangen. Einige Tage später bekam die Schiedsrichterin einen Anruf. "Er hat gesagt, wenn ich nicht aufhöre zu pfeifen, wird mir etwas passieren", schilderte die Zeugin. Es folgte noch eine obszöne Drohung, was er weiters mit ihr anstellen würde. "Ich war so fertig, ich habe das zuerst nicht einmal meinen Eltern sagen können", so die junge Frau.

Elfmeter
Der Angeklagte gab zwar den Anruf zu, nicht aber die Drohung und schon gar nicht die ordinäre Beschimpfung. "Ich habe nur gesagt, ich gratuliere ihr dazu, dass sie aufhört", so der Beschuldigte. Dann erfuhr er, dass das nicht stimmte. Ausfällig will er aber trotzdem nicht geworden sein: "So etwas habe ich im ganzen Leben noch nicht gemacht". Aber, so seine Meinung, sie habe einfach eine falsche Entscheidung beim Spiel getroffen. "Schiedsrichterentscheidungen sind zu akzeptieren, das ist wie bei Gericht", mahnte Richterin Angelika Hacker.

400 Euro Strafe
Der Angeklagte entschuldigte sich bei der Frau, wollte aber gleich wieder mit ihr über ihre Befähigung diskutieren. "Schiedsrichten ist mein Traum, und das lasse ich mir von Ihnen nicht kaputt machen", erklärte die Zeugin dezidiert. Er habe nur über das Spiel reden wollen, meinte der Beschuldigte schließlich. "Man ruft nicht zu Hause an, wenn ich da raus geh', will ich auch meine Ruhe haben", schnitt ihm die Richterin das Wort ab. Weil sie ihm aber glaubte, dass seine Emotionen wegen des verlorenen Spiel hochgegangen waren, bot sie ihm eine diversionelle Einigung an. Der Ex-Funktionär - "ich habe meine Funktion nach 30 Jahren zurückgelegt" - muss 400 Euro zahlen, dann ist die Sache erledigt.

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