Häuser in Radmer weiter evakuiert Häuser in Radmer weiter evakuiert

Wegen Unwettern

© AP/Leopolter

 

Häuser in Radmer weiter evakuiert

Neuerliche Gewitter sind im obersteirischen Radmer in der Nacht auf Sonntag glimpflich vorübergezogen. Wie der Bürgermeister der Talgemeinde, Siegfried Gallhofer, erklärte, habe sich die Situation nicht verschärft. Die Geologen hätten am Sonntag neuerlich die Steinlawine und den hausgroßen Felsen, die zehn Häuser bedrohen, untersucht.

Erstmals nach den schlechten Witterungsverhältnissen in den vergangenen Tagen konnte der Hubschrauber des Innenministeriums aufsteigen und den Experten einen Blick von oben liefern, sagte das Gemeindeoberhaupt. Wesentlich neue Erkenntnisse wurden aber vorerst nicht geliefert. Am Montag soll sich entscheiden, ob die 22 Menschen, die ihre evakuierten Häuser derzeit nicht bewohnen dürfen, zurückkehren können.

Keine Entwarnung möglich
Vier Geologen waren zuvor am Freitag aufgestiegen, um die Situation zu beurteilen. "Wir haben dichten Nebel vorgefunden, weshalb wir nicht alle Bereiche einsehen konnten", berichtete Martin Streit von der Wildbach- und Lawinenverbauung. Klar sei aber, dass keine Entwarnung gegeben werden könne. Über das Wochenende beschäftige sich ein Geologe mit weiteren Sondierungen. Wachposten der Feuerwehr werden die Bäche beobachten und Alarm geben, sobald es wieder zu Verklausungen komme.

Bewohner dürfen nicht zurück
Auch die 22 Menschen, die aus ihren Häusern evakuiert werden mussten, wurden über die Gefahrensituation informiert. Sie hätten die Nachricht "konsolidiert aufgenommen", so die Einsatzkräfte. Sie dürfen weiterhin nicht ihre Häuser bewohnen. Wie sich die Gefahr weiterentwickle, hänge nun vom Wetter und von den geologischen Verhältnissen ab. (Hier die Wetteraussichten für die nächsten Tage) . Darum könne kein Zeitrahmen erstellt werden.

Eine Sprengung des Felsen wurde von Wilhelm nicht ausgeschlossen. Am Montag soll eine neuerliche Sitzung der Einsatzleitung stattfinden.

Einwohner entsetzt
Die Einwohner der Ortschaft sind fassunglos. "In 48 Jahren, die ich da wohne, hab' ich so was noch nicht erlebt," beschrieb eine etwa 80-jährige Frau aus Vorderradmer die Ereignisse in ihrem Heimatort. Die Bewohner der evakuierten Häuser zeigten sich vordergründig ruhig, aber es herrsche "Weltuntergangsstimmung, weil es hört einfach nicht zu regnen auf," stöhnte eine der Betroffenen. Eine im achten Monat schwangere Frau erzählte, dass sie selbst am Donnerstag in Vorderradmer einkaufen gewesen sei und "dann konnte ich nicht mehr heim". Ende August soll der Nachwuchs zur Welt kommen, "hoffentlich kann ich bis dahin wieder ins Haus."

Feier fix
Eine etwa 40-Jährige meinte, bis die Häuser wieder bewohnt werden können, gelte es zu "hoffen, nachdenken, warten, sudern und beten". Der Vizebürgermeister von Radmer, Ludwig Gottsbacher, versuchte die Situation indessen zu kalmieren und versprach: "Wenn wir das überstanden haben, ist eine Feier fix".

Foto (c): Leopolter, APA

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