Handy-Verbot in Grazer Öffis gilt ab heute

Wer kontrolliert?

 

Handy-Verbot in Grazer Öffis gilt ab heute

Bürgermeister Siegfried Nagl (VP), der „Vater“ des Verbots, wird heute selbst die ersten Anti-Handy-Pickerl anbringen.

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handyverbot

Bei den Grazer Verkehrsbetrieben (GVB) ist man überfordert – auch wegen der vielen Anfragen internationaler Medien, die sich für das Grazer Handy-Verbot interessieren.

Viele Kritiker
In der Chefetage der schwer defizitären Grazer Verkehrsbetriebe ist man verärgert, weil man befürchtet, durch das Handy-Verbot Komfort- und Servicecharakter der Öffis zu zerstören und damit vor allem junge Menschen sowie Geschäftsleute als Fahrgäste zu verärgern und in Folge zu vertreiben.

Fahrer als Kontrollore überfordert
Die Chauffeure in Bus und Bim sehen dem Verbot skeptisch entgegen. Sie bereiten sich auf jugendliche Provokateure vor, die das Verbot bewusst unterlaufen. Bei Beschwerden anderer Passagiere müssten die Fahrer aktiv werden. Sie befürchten Eskalationssituationen.

Kritik kommt erneut von BZÖ-Gemeinderat Gerald Grosz. Er will gegen „diese schwarz-grüne Politik der Verblödung“ kämpfen.

Wer kontrolliert?
Bis zuletzt wurde unter Hochdruck an der (rechtlichen) Umsetzung des Verbots gefeilt. Das Tempo, das Nagl bei der Verwirklichung seiner Idee an den Tag legt, ist aber manchen Beteiligten zu hoch. Denn gestern herrschte noch große Verwirrung darüber, wie und ob das Verbot überhaupt kontrolliert werden soll.

Die Firma Securitas, die für die Grazer Verkehrbetriebe (GVB) Fahrschein- und möglicherweise auch bald Handy-Kontrollen durchführt, zeigt sich auf Anfrage ratlos. „Welches Handy-Verbot?“ fragt Erwin Hütter, bei Securitas zuständig für die Ticket-Kontrollore. „Darüber weiß ich nichts.“ Bisher, so Hütter, gebe es keine Weisung seitens der GVB an Securitas, das Verbot zu überwachen. „Wir werden das Verbot, wenn wir keine Weisung haben, auch nicht kontrollieren.“

Erst nach Rücksprache mit dem Bürgermeisteramt konnte GVB-Sprecherin Katharina Hofmann-Sewera bestätigen, dass es vorerst keine Kontrollen oder Strafen gibt. Man müsse dennoch die Beförderungsbestimmungen ändern, um Telefonieren zu verbieten, so Hofmann-Sewera. „Sonst kann man ja jedes Pickerl auf die Straßenbahn kleben.“ Außerdem werde man „natürlich“ eine Weisung an Securitas erteilen, damit diese auch „Stippvisiten“ wegen unerlaubten Handy-Gebrauchs machen könne.

Im Büro des Bürgermeisters betont man, dass das Handy-Verbot „Gebotscharakter“ haben soll: „Es wird ermahnt wie beim Eis-Verbot“, heißt es. Die GVB-Bestimmungen würden dafür angepasst: „Lauter Lärm ist bereits verboten. Dieser Passus wird dahin gehend geändert, dass auch Telefonieren untersagt ist“, erklärt ein Nagl-Sprecher.

Daniel Windisch

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