Immer mehr Grazer für Bettelverbot

Exklusiv-Umfrage

© APA PFARRHOFER

Immer mehr Grazer für Bettelverbot

In der „Stadt der Menschenrechte“ treten wenige Wochen vor der Gemeinderatswahl (20. Jänner 2008) bereits 43 Prozent der Bürger für ein generelles Bettelverbot ein. 50 Prozent lehnen es hingegen ab. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Gallup-Institutes im Auftrag von ÖSTERREICH hervor.

Schwarze ausgeglichen
Demnach ist eine hauchdünne Mehrheit der ÖVP nahen Befragten gegen ein absolutes Bettelverbot in der Landeshauptstadt. Dort stehen momentan das aggressive Betteln und das Betteln Minderjähriger unter Strafe.

SPÖ-Wähler klar dagegen
Dass das „passive Betteln“ weiterhin erlaubt ist, dafür votierten die Befragten mit Parteipräferenz SPÖ, KPÖ und Grün mit deutlicher Mehrheit.

Orange klar dafür
Für ein allgemeines Bettelverbot sprachen sich laut Gallup 100 Prozent der BZÖ-Anhänger aus. Die Anhänger der Grazer Blauen waren in dieser Frage überraschend unentschlossen.

Abgeblitzt
Dabei hat die FPÖ vor knapp einem Jahr einen Antrag von ÖVP-Bürgermeister Siegfried Nagl auf ein generelles Verbot unterstützt. Schwarz und Blau blitzten aber ab, eine Mehrheit von SPÖ, KPÖ und Grünen hatte den Nagl-Vorstoß abgelehnt. Das Thema war vom Tisch. Vorerst.

Wahlkampf
Denn in der Schlussphase des Grazer Wahlkampfes gehen BZÖ, FPÖ und ÖVP erneut mit einem Bettelverbot auf Stimmenfang: Blaue („Bettlerfrei statt Bettelei“) und Orange („Wir säubern Graz von Bettlerunwesen“) ganz offen, die Schwarzen etwas vorsichtiger. „Für das Bettelproblem in der Innenstadt muss eine dauerhafte Lösung gefunden werden. Betteln darf nicht zur Arbeit werden“, heißt es dazu im Wahlprogramm von Amtsinhaber Nagl.
Auf solche Sager reagierten „Armen-Pfarrer“ Wolfgang Pucher und Caritas-Präsident Franz Küberl zuletzt mit Entsetzen.

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