Jagd auf Komplizen von Franz Fuchs

Nach 9 Jahren

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Jagd auf Komplizen von Franz Fuchs

Die Terroranschläge hielten das ganze Land in Atem: Von 1993 bis 1997 verübte die selbst ernannte Bajuwarische Befreiungsarmee zahlreiche rassistisch und fremdenfeindlich motivierte Anschläge mit Brief- und Rohrbomben. Vier Menschen wurden getötet, 15 zum Teil schwer verletzt – das prominenteste Opfer, Altbürgermeister Helmut Zilk, verlor zwei Finger an der linken Hand.

Mörder im Visier
Im März 1999 wurde der damals 50 Jahre alte Steirer Franz Fuchs als Einzeltäter zu lebenslanger Haft verurteilt. Er erhängte sich Monate später in seiner Zelle. Ein Beamter der damaligen Sonderkommission, die den Terroristen gejagt hatte, glaubte niemals an die Einzeltäter-Theorie. „Fuchs war nicht alleine. Ich habe einen Verdächtigen, der das ideologische Hirn der Bajuwarischen Befreiungsarmee ist“, so Fahnder Rudolf H. (54), der auch noch Jahre nach den Anschlägen überzeugt ist, dass Fuchs Komplizen hatte. Konkret hat der Polizist einen 77-Jährigen, wegen Mordes an einer Frau vorbestraften Rechtsradikalen, im Visier. Dieser habe – im Gegensatz zu Fuchs – das historische Wissen, das notwendig war, um die damaligen Bekennerschreiben zu verfassen. Seine Ermittlungen leitete Rudolf H. an das Innenministerium weiter. Dieses beauftragte jetzt die Staatsanwaltschaft Graz, die Beweise zu überprüfen.

Exakte Prüfung
„Der Mittäter-Verdacht ist schon damals beim Fuchs-Prozess wiederholt und exakt geprüft worden. Allerdings mit dem Schluss, dass die Vermutung des Polizisten nicht stichhaltig ist“, erklärt Manfred Kammerer von der Staatsanwaltschaft Graz, dennoch: „Wir werden den Bericht des Beamten pflichtgemäß prüfen und schauen, ob irgendetwas neu an Substrat vorhanden ist, das seinerzeit nicht vorhanden war.“

Zeugen-Einvernahme
Aus dem Justizministerium beobachtet man die Entwicklungen rund um den Briefbombenfall mit Argusaugen: „Es werden jetzt einige Zeugen vernommen, allen voran der Polizist, der das Ganze ins Rollen gebracht hat. Ist das abgeschlossen, wird feststehen, ob Anklage erhoben oder der Fall abgeschlossen wird“, so ein Sprecher.

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