Justizbeamte von Prügel-Vorwurf  freigesprochen

"Intrigen"

 

Justizbeamte von Prügel-Vorwurf freigesprochen

Sie wurden beschuldigt, im Jänner einen Häftling getreten und geschlagen haben, wobei der Schwarzafrikaner Abschürfungen und blaue Flecken davongetragen hatte. Der Richter glaubte allerdings den beiden Angeklagten, die auf behördeninterne Intrigen verwiesen und sich keiner Schuld bewusst waren. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der Häftling, der als besonders gefährlich eingestuft wird - er hat schon einmal einem Mann einen Finger abgebissen - war an diesem Tag in einer Außenstelle der Justizanstalt Jakomini rund 20 Minuten nicht auffindbar. Also suchten alle den Abgängigen, der plötzlich bei einer Tür an einem der Justizwachebeamten vorbeilaufen wollte. Nach eigenen Angaben stellte ihm der 43-Jährige ein Bein und stoppte ihn auf diese Weise.

Häftling nur "gehaxelt"
Ein mitangeklagter Beamter soll den Gefangenen zuvor mit Fäusten geschlagen haben, was ein dritter schließlich zur Anzeige brachte. "Der hat da nicht zum Vorbeirennen", meinte der Erstangeklagte. Er betonte weiters, dass er an diesem Tag schwere Stiefel angehabt habe, ein gezielter Tritt also durchaus Folgen gehabt hätte - es habe den Häftling aber nur "gehaxelt".

Tatsächlich ging es bei der Verhandlung weniger um die Körperverletzung, sondern um die behördeninternen Querelen. Der Erstangeklagte war erst ein paar Monate zuvor auf einen begehrten Posten vorgerückt und hatte begonnen, den Betrieb umzukrempeln. Damit war es mit dem ruhigen Dasein einiger Kollegen vorbei, und das sollen sie ihm übelgenommen haben. Mit dem Zweitangeklagten verstand sich der 43-Jährige jedoch von Anfang an gut. Dieser gab an, er wäre dem Häftling nachgelaufen und dieser sei auf der Stiege gestürzt, daher habe er auch die blauen Flecken. Von gezielten Misshandlungen wollten beide nichts wissen.

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