Kartnig: Mein 1. Tag in Freiheit

Ex-Fußball-Zampano ist Fußfessel los

Kartnig: Mein 1. Tag in Freiheit

Auf diesen Tag hat Hannes Kartnig (65) lange gewartet. Sehr lange. Gestern, um 8.30 Uhr, wurde dem Ex-Präsidenten von Bundesliga-Klub Sturm Graz in der Justizanstalt Graz-Jakomini die Fußfessel abgenommen. Kartnig, der wegen Betrugs und Steuerhinterziehung über drei Jahre Haft ausgefasst hatte, ist wieder ein freier Mann.

Als er die Justizanstalt verließ, warteten Fotografen und Journalisten. „A Wahnsinn!“, so Kartnig. „Ich bin doch nicht mehr wichtig, aber scheinbar gibt es keinen, der solche Wuchteln schiebt wie ich.“

Hannes Kartnig managt 
die Wahlwerbung für Kurz

Vielbeschäftigt. Auch wenn Kartnig zum Feiern zumute war, die erste Party in Freiheit musste erst mal warten. Der Ex-Fußball-Zampano setzte sich sogleich ins Auto Richtung Wien. „Ich habe einen wichtigen Geschäftstermin“, erklärte er ÖSTERREICH. „Mein Sohn und ich machen die ganze Wahlwerbung für die ÖVP.“ Auch künftig will er, obwohl Pensionist, in der Werbeagentur mitmischen: „Die Kontakte sind Gott sei Dank geblieben.“

Umtriebig.
Kartnig soll 2006 versucht haben, eine Kredithaftung zu bekommen, obwohl sein Verein pleite war. Er wurde wegen schweren Betrugs, fahrlässiger Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen und Steuerhinterziehung verurteilt. Seine Freiheit mit Fußfessel nützte er mehr, als der Justiz lieb war: Nachdem er mehrmals bei Restaurantbesuchen erwischt worden war, wanderte er kurzfristig hinter schwedische Gardinen. W. Unterweger, A. Hofer

"Würde die Blödheiten auslassen"

ÖSTERREICH: Herr Kartnig, willkommen in der Freiheit.

Hannes Kartnig:
Danke. Jetzt bin ich befreit von dem schweren Block. Endlich. Ich hab gerade meine Entlassungsbescheinigung abgeholt. Außerdem wurden mir noch 1.382 Euro ausbezahlt. Das hab ich während meiner Haftstrafe erwirtschaftet (lacht).

ÖSTERREICH:
Wird gefeiert?

Kartnig:
Nein, ich setz mich ins Auto und fahr nach Wien. Ich hab dort einen wichtigen Geschäftstermin.

ÖSTERREICH:
Würden Sie im Rückblick etwas anders machen?

Kartnig:
Ich würde die Blödheiten lassen. Ich hab zu viel riskiert. Die Spieler bei Sturm Graz hab ich reich gemacht, aber selber bin ich arm geworden.

ÖSTERREICH:
Fühlen Sie sich als Opfer?

Kartnig:
Nein. Ich hab meine Strafe bekommen und ­abgesessen. Einen Tipp hätte ich noch an die Justiz: Es kann nicht sein, dass Wirtschaftsleute im Gefängnis mit Mördern, Vergewaltigern und Kinderschändern zusammengesteckt werden. Das geht nicht! Bei Kinderschändern wird’s mir anders, da muss ich mich selbst zusammenreißen, dass ich dem nichts tue. W. Unterweger

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