Lehrer von Schülern attackiert

Faustschlag

 

Lehrer von Schülern attackiert

Religionslehrer Andreas H. sitzt der Schock noch in den Knochen: Der 45-Jährige wurde am Mittwoch gegen 12.15 Uhr in der Krecker­straße in Bruck an der Mur (Steiermark) von zwei Jugendlichen attackiert. „Sie sind hinter mir gegangen. Ich habe mir gar nichts dabei gedacht“, so der Lehrer. Schließlich hätten sie ihn links und rechts überholt. Einer habe ihm „einfach so“ einen kräftigen Faustschlag ins Gesicht verpasst, der andere riss ihm die Brille von der Nase.

Danach machten sich die Schüler aus dem Staub. Der stark kurzsichtige Mann musste sich erst orientieren, bevor er mit blauem Auge zur Ärztin ging.

Niemand hat den Vorfall gesehen und geholfen
Zeugen gab es offenbar keine. Der Vorfall ereignete sich mitten in Bruck. „Ich habe um Hilfe geschrien, aber niemand hat reagiert“, sagt der Lehrer.

Die Polizei versucht, die Attacke nicht zu dramatisieren: Es sei nur Zufall, dass es ausgerechnet am Höhepunkt einer neuerlichen Diskussion um die heimischen Pädagogen einen Lehrer getroffen hat, heißt es bei der Polizeiin­spektion Bruck.

H. kann sich den Überfall der ungefähr 19-Jährigen jedenfalls nicht erklären: Die Angreifer hätten ihm, abgesehen von der teuren Brille, ja auch nichts gestohlen. „Diese Erfahrung ist schlimm für mich, weil ich noch nie körperliche Gewalt erlebt habe. Als Lehrer bin ich entsetzt, dass Jugendliche jemanden einfach so angreifen. Das ist erschreckend.“

Gewerkschaft startet „Image-Kampagne“
Der Vorfall in der Steiermark erinnert an die brutale Attacke auf den Wiener Lehrer Till I., der im Vorjahr von drei Jugendlichen ebenfalls auf offener Straße zusammengeschlagen wurde.

Klar ist jedenfalls: Das Image der Lehrer ist im Keller. Sie würden zu wenig arbeiten, zu viel verdienen und die Lehrergewerkschaft steht als ständiger Bremser von Schulreformen da. Die Pflichtschulgewerkschaft startet deshalb am Montag eine Imagekampagne. „Durch diese oberflächlichen Diskussionen leidet das Schulklima massiv. Das ist eine Teufelsspirale, aus der wir kaum herauskommen“, warnt der Gewerkschafter Thomas Bulant.

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