Pilz-Gebühr wurde vertagt

Vom Tisch

© Raunig

Pilz-Gebühr wurde vertagt

Der Plan, Schwammerlsuchern auf der Koralpe einen Unkostenbeitrag von zwei Euro abzuknöpfen, sorgte auch am Freitag für helle Empörung. Nach Schelte durch die Naturfreunde Steiermark und kritischen Tönen der Landwirtschaftskammer wurde die „Pilz-Gebühr“ dann überraschend ausgesetzt. Die Vereinigung Land&Forst Betriebe möchte gemeinsam mit den Waldbesuchern eine Lösung ausarbeiten, um „Beutezüge“ professioneller Sammler künftig zu verhindern.

„Wollen keinen Krieg“
Hans Grieshofer, Geschäftsführer der Land&Forst Betriebe und Vertreter der Koralpen-Waldbesitzer begründet das Aussetzen der 2-Euro-Gebühr so: „Wir wollen keinen Krieg sondern eine klare Lösung. Wir werden uns mit den Naturfreunden an einen Tisch setzen, um gerechte Rahmenbedingungen für alle zu schaffen.“ Das neue Regelwerk soll 2010 in Kraft treten. Bis dahin „wird es keine Gebühr in welcher Art auch immer auf der Koralpe geben“, betont Grieshofer gegenüber ÖSTERREICH.

Profis im Visier
Einig sind sich Forstbetriebe und Waldbesucher, dass zügelloses Sammeln unterbunden werden muss. „Wir haben schon Depots mit 40 Kilogramm Pilzen im Wald gefunden. Diese Leute arbeiten professionell und sind mit Funkgeräten oder Handys vernetzt“, schüttelt der Forstbetriebe-Geschäftsführer den Kopf.

Zwei Kilo am Tag kostenlos
Die Naturfreunde haben gegen die Jagd auf Pilzdiebe nichts einzuwenden, solange der herkömmliche Schwammerlsucher seine zwei Kilogramm am Tag kostenlos bekommt. „Ich bin froh, dass die Großgrundbesitzer zur Vernunft gekommen sind. Wir wollen das Thema Pilz-Vignette ein für alle Mal vom Tisch haben“, stellt Landesvorsitzender Gerhard Rupp klar. Er hat schon befürchtet, dass arglose Familien beim Pilze-Sammeln auf der Kor­alpe wegen Diebstahls angezeigt werden. Im Hintergrund wurde eine neue Unterschriftenaktion – 2008 unterzeichneten 3.000 Steirer gegen die Sammel-Gebühr – vorbereitet.

"Öffnung der Wälder"
Auch in der ÖVP-nahen Landwirtschaftskammer war der Ärger über die Waldbesitzer nicht mehr zu unterdrücken: „Wir stehen voll hinter der Öffnung der Wälder. Jedermann soll seine zwei Kilogramm sammeln dürfen“, teilte eine Sprecherin gestern mit. Gleichzeitig appellierte sie an den verantwortungsbewussten Um­gang mit dem Ökosystem Wald. Heuer sind daher strenge Kontrollen geplant, so Grieshofer.

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