Polizei zerschlägt Suchtgiftring

20,8 kg Heroin

© APA/BPD Wien

Polizei zerschlägt Suchtgiftring

Zwei Brüder aus Nigeria haben über Jahre einen schwungvollen Drogenhandel in Wien und Graz aufgezogen. Während der 32-Jährige mit dem Spitznamen "Okey" die Bundeshauptstadt vor allem mit Heroin versorgte, kümmerte sich sein 1985 geborener Bruder um den Gras-Verkauf in der Landeshauptstadt. Diesem lukrativen Geschäft hat die Exekutive in Wien und der Steiermark nun ein Ende bereitet.

Bereits seit 2007 ermittelte die Exekutive rund um die Drogenszene im Volksgarten. Mitte Juni dieses Jahres wurde bei einer "Routinekontrolle" auf der Südautobahn bei Arnwiesen ein Taxi auf dem Weg nach Wien aufgehalten. Festgenommen wurde ein 20-Jähriger, der 14,6 kg Heroin mit dabei hatte. Bei den weiteren Ermittlungen stellte sich heraus, dass das Suchtgift für einen gewissen "Okey" bestimmt war.

"Okey" als Organisator
Dieser galt, laut Georg Rabensteiner vom Landeskriminalamt Wien, als "großer Organisator" und war für die Exekutive kein Unbekannter. Durch die Zusammenarbeit zwischen Wien und Graz erfuhr man von einer weiteren Lieferung. Am 10. Juli wurde ein Ghanaer des Jahrgangs 1966 nach der Grenze in Suben abgefangen. Im Kofferraum seines 740er BMW waren zwei Reisetaschen mit 35 kg Cannabis und Marihuana sowie 6,2 kg Heroin.

Zwei weitere Drogentransporte schlüpften danach durch das Netz der Exekutive - bis die Steirer von einer weiteren Lieferung erfuhren. In einer Großaktion wurden, wie Rabensteiner schilderte, am 25. September im oberösterreichischen Antiesen der Bruder "Okeys", mit dem Spitznamen "Ago", sowie drei Ghanaer sowie ein Pole erwischt. Obwohl die Dealer professionell mit Begleit- und Kurierfahrzeug unterwegs waren, klickten die Handschellen und 15 kg Gras aus den Niederlanden sowie 32.000 Euro Bargeld wurden beschlagnahmt. In Graz wiederum wurden zwei Großverteiler aus dem Verkehr gezogen.

Drei Mio. Euro in Drogen
Den Schlusspunkt der langwierigen Ermittlungen setzte am 1. Oktober die Gruppe "Hottowy": Sie verhafteten in Wien-Landstraße "Okey", der sich unter falschem Namen versteckt und ziemlich sicher gefühlt hatte. Mittlerweile hat sich laut Rabensteiner herausgestellt, dass "Okey" die Lieferungen organisiert hatte.

Diese gingen nach Graz, wo der Großteil des Cannabis und Marihuanas von seinem Bruder verkauft wurde, während fast das ganze Heroin per Kurier nach Wien gebracht wurde. Sichergestellt wurden insgesamt 20,8 kg Heroin sowie 76 kg Gras mit einem Straßenverkaufswert von rund drei Mio. Euro. Die Kuriere stammen alle, bis auf einen Polen aus Ghana, während die Haupttäter nigerianische Asylwerber sind. Diese lebten übrigens nicht in Saus und Braus, sondern dürften den Großteil des "verdienten" Geldes in ihre Heimat geschickt haben.

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