Rettungshunde trainieren für den Ernstfall

Übung am Mittelberg

© DPA/Weihrauch

Rettungshunde trainieren für den Ernstfall

Verirrte Schwammerlsucher, vermisste Wanderer und suizidgefährdete Menschen - egal, um wen es geht, gerufen wird die Österreichische Rettungshundebrigade (ÖRHB). Damit im Ernstfall der Einsatz positiv verläuft, trainieren mehr als 200 Hundeführer aus ganz Österreich noch bis Sonntag im obersteirischen Gröbming und am nahen Mitterberg beim jährlichen Bundessommerlehrgang die gezielte Suche nach Abgängigen.

Zehn Stationen
Bei der Schulung müssen die Verbeiner zehn verschiedene Stationen im wahrsten Sinne des Wortes durchlaufen: Von Unterordnung über "Nasenarbeit" und Gewandtheit ist alles für Bello & Co. dabei. Unter den 213 Hundeführern befinden sich auch 20 Jugendliche ab elf Jahren, die sich schon in frühen Lebensjahren bei den Älteren "einklinken". Für alle gilt es zu lernen: GPS oder auch Kartenkunde stehen am Stundenplan.

Suchübungen
Für die Wuffln standen am Freitag Flächensuche, Wegsuche und Kettensuche auf dem Dienstplan. Bei letzterer gehen die Hundeführer in einer Kette vor, die Tiere suchen vor ihnen das Gebiet ab. Eine besondere Herausforderung ist die sogenannte Hochsuche, die bei jenen Suizidgefährdeten angewendet wird, bei denen man Erhängen als mögliche Art der Selbsttötung vermutet. Bei der Wegesuche wird das Gebiet etwas abseits des Weges oder Steiges abgeschnüffelt, wenn man befürchtet, dass etwa Wanderer abseits des Pfades gestürzt oder verunglückt sein könnten.

712 Hundeführer
Während als Voraussetzung für den Hund "Triebigkeit" gefordert ist, sollte der Hundeführer eine gewisse körperliche Ausdauer mit sich bringen. Laut ÖRHB-Präsident Helmuth Gruber dauert die Ausbildung bis zur Einsatzfähigkeit zwei bis drei Jahre. Jährliche Prüfungen und Fortbildungen gehören zu einem "Leben in Bereitschaft" dazu. Das höchste, was Hund und Herrl erreichen können, ist der Status des Auslandshundeführers.

In Österreich arbeiten insgesamt 712 Hundeführer - allesamt ehrenamtlich - davon 217 in der Steiermark - aufgeteilt auf 16 Einsatzstaffeln. Trotzdem plagen die Brigade Personalprobleme, denn hohe Treibstoffkosten schreckten die Freiwilligen davon ab, ein bis zwei Mal pro Woche mehrere Kilometer zu den Trainingsplätzen zu fahren, erklärte Bundespressereferent Thomas Mlakar.

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