Zwangsehe

"Sie lief weinend aus der Klasse"

Alota ist untergetaucht. Zu groß ist derzeit die nervliche Belastung für die 18-Jährige. Die Kosovarin hatte vergangenen Dienstag ihren eigenen Vater angezeigt. Er wollte sie mit einem ihr unbekannten Albaner verheiraten.

Am Mittwoch und Donnerstag besuchte Alota noch ihre Schule in Leibnitz. „Sie hat sich zuerst nichts anmerken lassen und so getan, als wäre nichts“, sagt ein guter Schulfreund. Nur zwei Mitschüler wussten, was bei Alota zu Hause los ist. Dass ihr Vater über sie herrschte, sie einsperrte und jetzt sogar bestimmen wollte, wen sie zum Ehemann nimmt. Das alles hat Alota in der Schule und vor ihren Freunden weggelächelt.

Die Schule reagierte: „Am Donnerstag ist eine Professorin in die Klasse gekommen und hat mit uns über das Thema Zwangsehe gesprochen“, berichtet der Schulfreund. Zu viel für Alota. „Sie hat zu weinen begonnen und ist aus der Klasse gelaufen.“ Am Freitag kam sie nicht mehr zur Schule, hat den Kontakt zu den engsten Freunden abgebrochen. „Ich habe nichts mehr von ihr gehört“, so der Freund. „Ich hoffe, es geht ihr gut.“

Vater sperrte Alota zwei Nächte lang ins Zimmer

Bereits diese Woche muss Alota vor Gericht gegen ihren Vater aussagen. Dieser wird ebenfalls anwesend sein, allerdings in einem anderen Vernehmungszimmer. Am 1. März findet die Verhandlung gegen Alotas Peiniger statt. Eigentlich geht es um ein anderes Delikt: Im Dezember sperrte er seine Tochter zwei Nächte in ein Zimmer ein.

Hansjörg Bacher von der Staatsanwaltschaft Graz: „Wir sind sehr zuversichtlich, den jetzigen Vorfall mit der bereits im Dezember stattgefundenen Nötigung und dem Freiheitsentzug auf einen Termin legen zu können.“ Für den Vater gilt die Unschuldsvermutung.

(knd)

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