So traf mich der Blitz

Opfer erzählt

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So traf mich der Blitz

Auch zwei Tage nach dem Blitzeinschlag in den Fußballplatz des Polizeisportvereins (PSV) Leoben sitzt der Schock bei den Opfern immer noch tief: „Mit so etwas hat niemand gerechnet. Das Gewitter kam völlig überraschend“, berichtet der Sonnenschutztechniker Erwin M. Zwar konnten gestern alle 25 Hobby-Kicker aus dem Spital entlassen werden, aber die Angst vor einem neuen Blitz bleibt.

Dienstagabend, 19 Uhr, Leoben: Wie jeden Dienstag haben sich auf dem Leobener Fußballplatz Dutzende Fußballfans zu einem Spiel zusammengefunden. „Wegen des guten Wetters waren vorgestern besonders viele Sportler auf dem Platz“, so PSV-Sektionsleiter Maximilian Erker. Alle Spieler sind zwischen 25 und 35 Jahre alt, stammen hauptsächlich aus Leoben.

Gewaltige Druckwelle lässt Sportler zu Boden gehen
Dann passiert die Kata­strophe: Nur fünf Meter hinter dem Fußballtor an der Ostseite des Platzes schlägt um exakt 19.07 Uhr ein Blitz mit 20.000 Ampere (entspricht der Stromstärke von 25.000 Halogenlampen) ein. Der 29-jährige Christian Schöberl stürmt mit dem Ball eben auf jenes Tor zu: „Plötzlich wurde der Himmel blau, mein ganzer Körper erstarrte, und ich bin zu Boden gesackt“, erklärt er. Erwin M. (29): „Ich hatte einen Krampf, konnte meinen Kiefer nicht bewegen.“

Bereits um 19.12 Uhr wird bei der Rettung Alarm geschlagen, um 19.17 Uhr werden die ersten Verletzten von den Sanitätern behandelt. „Sie haben sich genau richtig verhalten und sich ins Vereinshaus gerettet“, so Einsatzleiter Josef Himsl. Trotzdem wurden alle 25 Sportler in die Spitäler Bruck, Leoben und Judenburg gebracht und erst gestern früh entlassen.

Klar ist: Die Steiermark ist Österreichs Blitz-Hotspot: Fast 70 Prozent aller Unwetter werden hier gezählt. Leobens Fußballer zumindest wollen trotz Schocks weiterkicken: „Vor so etwas kann man sich eh nicht schützen“, meint Hobbysportler Schöberl.

"Spürte Brennen in der Brust"

ÖSTERREICH: Sie haben den Blitzeinschlag am Dienstag hautnah miterlebt. An was können Sie sich erinnern?

Daniel Geiger: Gegen 18 Uhr hat es angefangen zu nieseln, weiter weg konnten wir immer wieder Gewitter sehen, haben uns aber nichts dabei gedacht. Um exakt 19.07 Uhr schlug dann ein Blitz direkt hinter dem Tor ein. Ich habe nur noch ein Brennen im Brustbereich gespürt und bin zu Boden gesackt. Als ich wieder zu mir kam, kamen noch Übelkeit, Kopfschmerzen und ein Ziehen in den Plomben dazu.

ÖSTERREICH: Was haben Sie kurz nach dem Einschlag getan?

Geiger: Wir sind sofort runter vom Spielfeld zum Vereinshaus gerannt – die Angst vor dem nächsten Einschlag war einfach zu groß. Um 19.12 Uhr haben wir dann sofort den Notruf verständigt. Für uns ist aber klar: Wir werden auch weiterhin Fußball spielen, aber künftig nur noch bei schönem Wetter.

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