Steirer starb als lebende Fackel

Depressiv

Steirer starb als lebende Fackel

Zu einer Familientragödie kam es in der Nacht auf Freitag auf der Schemmerlhöhe bei Graz: Mit einer Verzweiflungstat setzte ein 41-jähriger Steirer vor den Augen seiner Schwiegereltern seinem Leben ein Ende.

Schlaflos
Es war wieder eine der Nächte, in der Walter L. nicht schlafen konnte. Getrieben von Depressionen, die seine Psyche seit mehreren Monaten plagten, stieg der zweifache Familienvater gegen 23 Uhr aus dem Bett – und zog sich allein in ein Refugium auf dem Dachboden zurück.

Doch statt zu entspannen, wurde der Kfz-Werkstättenleiter offenbar von den schwarzen Wolken auf seinem Gemüt erdrückt, und er beschloss seinen Selbstmord. Während seine Frau Gertrude mit den Kindern (drei und sieben Jahre alt) schlummerte, ging Walter L. ans Werk: Erst versperrte er alle Türen im Haus. Dann schnappte sich der leidenschaftliche Bastler eine Flasche Nitroverdünnung und kletterte damit aufs Dach.

Frau schlägt Alarm
Da ihr Mann um 1.40 Uhr noch immer nicht ins Schlafzimmer zurückgekehrt war, verständigte Gertrude L. per Handy ihre Eltern. Als das Ehepaar zehn Minuten später in die Einfahrt des Hauses bog, nahm das Drama schon seinen Lauf. Kaum aus dem Fahrzeug ausgestiegen, sahen die beiden (wie auch die Kinder des Mannes aus dem Fenster) ihren Schwiegersohn lichterloh brennend auf dem Hausdach stehen. Als Helmut K. (61) dem Mann seiner Tochter zu Hilfe kommen wollte, wankte dieser zur Dachkante und sprang als lebende Fackel zehn Meter in die Tiefe. Mit Jacken und Decken konnte das Ehepaar noch die Flammen am Körper des 41-Jährigen ersticken, doch es half nichts mehr: Der Notarzt konnte wenig später nur mehr den Tod des Mannes feststellen.

Motiv
Die Polizei versucht nun, das Motiv für die Wahnsinnstat zu klären. „Der Mann klagte über psychische Probleme und Schlafstörungen, äußerte aber vor seinem Flammentod noch nie Selbstmordgedanken. Derzeit befragen wir Personen aus dem Umfeld des Opfers“, sagt Harald Stranz vom Landeskriminalamt Steiermark. Und: „Finanzielle Probleme können als Tathintergrund ausgeschlossen werden.“

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