17. November 2009 10:23
Bei gleich zwei Fensterstürzen sind am Dienstag in Graz ein siebenjähriges
Mädchen und ein dreijähriger Bub schwer verletzt worden. Während das Mädchen
in den frühen Morgenstunden ihrer Mutter nachsehen wollte und aus dem
vierten Stock auf Asphalt fiel, stürzte der Bub in einem Musterhauspark rund
drei Meter tief ab. Beide Kinder erlitten Frakturen. Die Schülerin befand
sich wegen innerer Verletzungen in Lebensgefahr, hieß es von der
Kinderchirurgie am LKH Graz.
Die Mutter des Mädchens war gegen 4.00 Uhr weggefahren, um sich ein Mittel
gegen ihre starken Bauchschmerzen zu holen. Die Schülerin wollte ihr
offenbar vom Fenster aus nachsehen und rutschte ab. Die Kleine konnte sich
noch am Gesimse festhalten und um Hilfe rufen, aber als eine Nachbarin
aufmerksam wurde, verließ die Siebenjährige die Kraft. Die Frau sah gerade
noch, wie das Kind abstürzte. Sofort alarmierte die Zeugin die Rettung.
Lähmung befürchtet
Als der Notarzt eintraf, kam auch
die Mutter zurück und fand ihre Kleine auf dem Boden liegend. Die
Einsatzkräfte brachten das Mädchen ins Krankenhaus. Die Ärzte sprachen
anfänglich von einem Wunder, da sie keine offensichtlichen Verletzungen
davongetragen hatte. Weitere Untersuchungen brachten jedoch das wahre Ausmaß
des Sturzes zutage. Die Kleine zog sich multiple Frakturen - darunter auch
an der Wirbelsäule - sowie innere Verletzungen zu.
Der Leiter der Grazer Kinderchirurgie, Michael Höllwarth, stufte den Zustand
der Siebenjährigen als lebensbedrohlich ein. Das Mädchen wurde umgehend in
den Operationssaal gebracht. Der Arzt sprach auch von einer erlittenen
Querschnittläsion, die möglicherweise auch zu einer bleibenden Lähmung
führen könnte.
Absturz aus drei Metern
Gegen Mittag passierte im Musterhauspark
in Graz-Webling der zweite Fenstersturz: Ein dreijähriger Bub, der mit
seinen aus Windischgarsten (Oberösterreich) stammenden Eltern an einer
Besichtigung teilnahm, stürzte aus einer Höhe von rund drei Metern aus dem
ersten Stock. Der Kleine wurde mit einem gebrochenen Bein und
Kopfverletzungen ebenfalls auf die Kinderchirurgie des LKH Graz gebracht.
Der Verein "Große schützen Kleine" wies im Zusammenhang mit den aktuellen
Fällen darauf hin, dass besonders Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren
von Fensterstürzen gefährdet seien und dabei wiederum zu zwei Drittel Buben.
Beinahe jeder zweite Sturz ende tödlich. Fenstersicherungen sowie die
richtige Platzierung von Möbeln können Leben retten: Keinesfalls sollen
Eltern etwa Betten, Sessel oder Tische in die Nähe oder gar unter Fenster
stellen.