Baby zu Tode geschüttelt - 2,5 Jahre Haft

Vater verurteilt

 

Baby zu Tode geschüttelt - 2,5 Jahre Haft

Der Nigerianer soll das Baby so heftig geschüttelt haben, dass es einige Tage später in der Klinik an den Folgen gestorben sei. Der Mann hatte sich nicht schuldig bekannt. Er brach nach der Urteilsverkündung zusammen und kündigte Einspruch und Nichtigkeitsbeschwerde an.

Blutungen zwischen Gehirnhaut
Äußerlich seien keine Verletzungszeichen festzustellen gewesen, erklärte der Sachverständige, Gerichtsmediziner Martin Steinlechner das von ihm erstellte Gutachten. Das Kind sei an Einblutungen zwischen harter und weicher Gehirnhaut gestorben. Zwei Brückenvenen seien komplett abgerissen und zwei weitere massiv eingerissen gewesen. Die einzige Erklärung im Einklang mit dieser Art von Verletzung sei für ihn ein Schütteltrauma. Dafür müsse der Säugling fünf bis zehn Sekunden lang 20 bis 30 mal geschüttelt werden. "Die Zerreißung der Venen muss dramatisch erfolgt sein", stellte er fest.

"Bei einem Strafrahmen von bis zu zehn Jahren ist eine Strafe von zweieinhalb angemessen. Mildernd wirkten sich die Unbescholtenheit des Angeklagten aus", sagte Richter Andreas Mair. Er habe die fahrlässigen Verletzungen des Kindes, die durch das Schütteln entstehen können, in Kauf genommen und sei daher schuldig im Sinne der Anklage. Staatsanwältin Erika Wander meldete Strafberufung an.

Mutter spricht von "liebevollem Vater"
Die Mutter des verstorbenen Kindes, eine Hautärztin, schilderte ihren Mann als liebevollen Vater, der ihrer gemeinsamen Tochter nie Derartiges antun würde. Das Kind sei medizinisch auffällig gewesen. Es habe sich bei ihrem verstorbenem Kind um ein "Speibaby" mit einem ungewöhnlich großen Kopfumfang gehandelt. Eventuell habe der Flüssigkeitsverlust durch das Erbrechen, die Venen angegriffen oder den Kopf anschwellen lassen. Das Kind sei bereits vor dem Unglück im Juli 2006 im Krankenhaus gewesen und gegen den ausdrücklichen Wunsch der Mutter entlassen worden. Sie habe inzwischen eine weitere, viereinhalb Monate alte Tochter mit dem Angeklagten, die ähnliche Symptome aufgewiesen habe. Nach einer Operation des Magenmuskels sei sie aber gesund und verhalte sich unauffällig.

Die Schwiegermutter schilderte den Vater als "angenehm und ruhig", er sei "sehr nett zum Kind" gewesen. Bei ihr war das Kind unmittelbar vor dem Unglück mehrere Tage in Oberösterreich, bevor sie es wieder zu seinen Eltern nach Innsbruck zurückgebracht hat. Bei ihr sei das Baby "sehr ruhig gewesen", habe häufig erbrochen und "oft starr an die Decke geschaut".

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