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Betroffenheit nach Tod von Innsbrucker Altbischof Stecher

"Eine Glanzfigur für die Kirche in Tirol"

Betroffenheit nach Tod von Innsbrucker Altbischof Stecher

Nach dem Tod von Altbischof Reinhold Stecher hat am Mittwoch in- und außerhalb Tirols Betroffenheit geherrscht. Der Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser, der Stecher 1997 als Bischof in Innsbruck nachgefolgt war, bezeichnete den Verstorbenen als "väterlichen Freund", der ihm in seinem bischöflichen Dienst mit Rat und Tat zur Seite gestanden sei. Auch die jüdische Gemeinde trauerte um den Altbischof.

Man habe mit Stecher "weit über Tirol hinausgehend einen wertvollen Dialogpartner und ganz Österreich eine moralische Instanz verloren". Stecher habe unter anderem den Kult um die antisemitische Ritualmordlegende des "Anderle von Rinn" trotz Widerständen 1985 beendet. Zudem sei er "mit seinem konzilianten Wesen und seiner Offenheit in den folgenden Jahren nicht nur ein unermüdlicher Kämpfer für die innerchristliche Zusammenarbeit, sondern auch für die Besinnung des Christentums auf seine jüdischen Wurzeln" gewesen, hieß es in einer Aussendung am Mittwoch.

Der Südtiroler Landeshauptmann Luis Durnwalder (SVP) würdigte den Altbischof als "eine Glanzfigur für die Kirche in Tirol". "Er war volksnah und authentisch und hat seinen Glauben auch durch seine Lebensfreude weitergegeben", erklärte Durnwalder in einer Aussendung. In einem Schreiben an den Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer habe Durnwalder dem Bischof und den Gläubigen der Diözese im Namen der Landesregierung "aufrichtiges Mitgefühl und Beileid" übermittelt.

In Stecher hätten viele Menschen - auch außerhalb der Kirche - einen geradlinigen und glaubwürdigen Zeugen des Evangeliums gefunden, betonte der Bischof der Diözese Bozen-Brixen, Ivo Muser. Stecher habe ihn bereits in seiner Studienzeit in Innsbruck mit seinen "gehaltvollen und rhetorisch brillanten Predigten" angesprochen.

Caritas-Präsident Franz Küberl beklagte den Verlust "eines Freundes und Förderers". Stecher habe die Caritas, für die er als Referatsbischof zuständig war, "viele Jahre und mit wuchtigem Engagement begleitet", sagte Küberl gegenüber "Kathpress".

Auch die Vertreter der Tiroler Politik zeigten sich durchwegs betroffen vom Ableben Stechers. "Eine der ganz großen Persönlichkeiten dieses Landes ist nicht mehr", sagte LHStv. Gerhard Reheis (S). "Bischof Stecher hinterlässt eine tiefe Lücke in der Tiroler Kirche und in der Tiroler Bevölkerung", betonte die Grüne Klubobfrau, LAbg. Christine Baur. FP-Obmann, LAbg. Gerald Hauser sah in Stecher einen "bedeutenden Brückenbauer zwischen Kirche und Gesellschaft". Das Team Stronach für Tirol würdigte den Altbischof als "großen Wegweiser".

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