Ehepaar trotz bestem Alibi in Haft

Mann war im Knast

© TZ ÖSTERREICH/Lems

Ehepaar trotz bestem Alibi in Haft

Der Innsbrucker Anwalt Michael Kramer war anfangs skeptisch – jetzt ist er überzeugt: Sein Mandant Puck van T. ist ein Justizopfer. Der Mann ist seit Mai in Haft, „obwohl er unschuldig ist“. Damals wurde der Holländer (56) mit Gattin Marian in München verhaftet. Wegen eines Tiroler Haftbefehls.

Alibi
Der Vorwurf: Am 21. September 2007, um 18 Uhr, wurde an der Schweizer Grenze ein Mann mit Kokain verhaftet. Der Tiroler (der schon mehrmals als Zeuge bei Prozessen aufgetreten ist) gab an, den Stoff am selben Tag in St. Gallen von van T. gekauft zu haben. Der Haken, so Kramer: „Der saß an dem Tag in Westlinge in Holland bis 16.15 Uhr im Gefängnis.“ Abends habe der Freigänger gearbeitet. ÖSTERREICH vorgelegte Akten bestätigen dies.

„Suspekt"
Der Holländer ist zwar kein Unschuldslamm: Er saß eine Strafe für ein Drogendelikt ab, das er in Österreich begangen hatte. „Trotzdem muss die Unschuldsvermutung gelten, und ein Alibi muss Enthaftung bedeuten“, so Kramer. Doch die U-Haft wurde verlängert, auch über Gattin Marian (50), einer Zöllnerin. Ihr wird Beihilfe vorgeworfen, was Kramer „völlig suspekt“ ist.

Prozess
Ein Justizsprecher in Innsbruck sagt: Ob die Haft rechtens sei, müsse „im Hauptverfahren entschieden werden“ – das am 22. September stattfindet.

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