Facebook-Protest für Gratis-Fahrt

Öffis im Sommer

© Schwienbacher

Facebook-Protest für Gratis-Fahrt

Innsbruck. Tirols Jugendliche proben den Aufstand: Weil die Öffis diesen Sommer nicht mehr gratis sind, hat der Fachschüler Niklas Sagmeister (16) aus Jenbach eine Protestseite auf Facebook gegründet: Innerhalb von wenigen Tagen ist die Zahl der Mitglieder auf 12.000 explodiert. „Wir werden damit erfolgreich sein“, gibt sich Sagmeister gegenüber ÖSTERREICH optimistisch – siehe Interview – und kündigt eine Großdemo an, die vom Bahnhof zum Landhaus führen soll.

Sparkurs
Den Jugendlichen stößt der plötzliche Sparkurs von Verkehrsreferent LH-Stv. Anton Steixner (ÖVP) sauer auf: 2008 und 2009 waren die Öffis nämlich tirolweit gratis für die Kids: 600.000 von ihnen nutzten das Angebot pro Sommer. Jetzt müssen sie 52 Euro zahlen, wenn sie aus dem Umland nach Innsbruck wollen – 22 Euro für Tiroler, 30 Euro für Innsbrucker Öffis.

Grund:
Steixner hat den Sparstift angesetzt. Statt 1,3 Millionen wie 2009 sind für vergünstigte Öffi-Fahrten im Juli und August nur mehr 420.000 Euro vorgesehen: „Es hat keinen Sinn, jetzt Schulden zu machen, die in ein paar Jahren wieder beglichen werden müssen“, meinte er.

Millionen-Werbung
Offenbar sitzt das Geld für andere Ausgaben lockerer: Für Werbeinserate gab das Land 2009 fast eine Million Euro aus – ÖSTERREICH hat berichtet. Die Kampagne zum Gedenkjahr kostete zum Beispiel satte 463.976 Euro – das sind über 40.000 Euro mehr, als jetzt für die Sommertickets der Jugendlichen ausgegeben wird. Sagmeister schüttelt den Kopf: „Es heißt immer, Tirol sei familienfreundlich. Diese Sparansage ist komisch, warum wird gerade bei uns Schülern gespart?“

Doch Steixner zeigt sich im ÖSTERREICH-Gespräch unbeeindruckt. „Ich habe Verständnis für dieses Engagement, aber ‚Alles gratis‘ kann ich nicht mehr anbieten.“ Er habe für die vergünstigte Variante gekämpft, Tirol stehe im Bundesländervergleich „gut da“. Die Demo will er nicht kommentieren.

Kampf
Rückendeckung bekommen die Facebook-Protestler jetzt von den Grünen, der FPÖ und der Liste Fritz, deren Mitglieder sich schon per Mausklick in die Reihen der Revoluzzer gestellt haben. Ein Dringlichkeitsantrag wird im Juli-Landtag für Spannung sorgen.

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