Innsbruck zittert vor Kommers

Burschenschaft

 

Innsbruck zittert vor Kommers

Tausend Burschenschafter und etwa zweimal so viele Demonstranten versammeln sich morgen in der Innsbrucker Innenstadt. Die einen, um anlässlich von „200 Jahren Tiroler Freiheitskampf“ einen Festkommers abzuhalten, die anderen, um gegen diesen zu protestieren. Damit sich die beiden Gruppierungen nicht zu nahe kommen, hat die Polizei vorgesorgt und für die Dauer der Gegenveranstaltungen Platzverbote verhängt. „Das ist im gegenseitigen Interesse“, findet Polizeidirektor Thomas Angermair. Die Zufahrt auf den Bergisel ist so am Samstag zwischen 9 und 18 Uhr nur mit Sonderparkscheibe gestattet, und der Bereich um die Messehalle ist von Samstagvormittag um 10 bis Sonntagfrüh um 5 Uhr großflächig gesperrt. Der Zugang zu den Lokalen Bogen 60 bis 50 ist in dieser Zeit nur von nördlicher Seite möglich. Dass es zu Ausschreitungen kommt, glaubt Angermair nicht: „Aufgrund der Zusicherungen der Veranstalter gehen wir davon aus, dass es nicht zu Gewaltanwendung kommen wird.“

Verstärkte Polizei
Auf Zusicherungen allein verlässt man sich bei der Polizei allerdings ungern, und so erhöht sich die Zahl der Innsbruck-Besucher dieses Wochenende noch um einige hundert Polizisten „aus allen Bundesländern außer dem Burgenland“, wie Angermair berichtet. Insgesamt werden 1.000 Beamte während der Dauer des Kommers im Einsatz sein, die Kosten belaufen sich auf 1,1 Millionen Euro. Obwohl Angermair sich auf einen friedlichen Verlauf einstellt, rät er dazu, Autos nicht im weiteren Umkreis der Messehalle zu parken.

Kritik an Stadt
Die Festveranstaltung der schlagenden Korporationen beginnt bereits heute Abend mit einer „Sonnwendfeier“ am Bergisel. Morgen feiern die Burschenschafter nach einem „Totengedenken“ abends ihren Festkommers in der Innsbrucker Messehalle. Kritik daran, dass die umstrittene Veranstaltung, die unter dem Ehrenschutz des dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf (FPÖ) steht, in von der öffentlichen Hand subventionierten Räumen stattfindet, kam bereits von mehreren Seiten. Bürgermeisterin Hilde Zach (FI) berufe sich „auf das demokratische Recht der Versammlungsfreiheit. Ob dieses jedoch antidemokratischen Organisationen jedenfalls eingeräumt werden muss, ist für mich zu hinterfragen“, erklärt etwa LH-Stellvertreter Hannes Gschwentner (SPÖ).

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