27. Oktober 2017 08:19
Tirol
Lkw-Stopp: Bayern sauer auf Tirol
Lkw-Blockabfertigung sorgt für Ärger.
Lkw-Stopp: Bayern sauer auf Tirol
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Anfang Oktober hat Tirol mit der ersten Lkw-Blockabfertigung gute Erfahrungen gemacht. Nun wird am Freitag die zweite durchgeführt. Nur noch 300 Lkws dürfen pro Stunde bei Kufstein-Kiefersfelden durch Tirol fahren. Alles, was diese Grenze übersteigt, wird verlangsamt oder angehalten.

Mit dieser Maßnahme möchte das Land einen Stau verhindern, der traditionell nach dem Feiertags-Fahrverbot erwartet wird. Am Tag nach dem Nationalfeiertag ist üblicherweise mit mehr Verkehr zu rechnen. Wie der ORF berichtet, könne man diese Maßnahme in Bayern nicht verstehen. Peter Böttinger von der Rosenheimer Verkehrspolizei erwartet Auswirkungen und möglich Staus bis nach München oder Salzburg.

Auch der bayrische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat die Blockabfertigung kritisch ins Visier genommen. Er ortet einen „Verstoß gegen den Grundsatz europäischer Warenverkehrsfreiheit“. Er möchte gerne mit Landeshauptmann Platter nach gemeinsamen Lösungen suchen.

Kein Verständnis für Kritik

Mit Unverständnis hat Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) auf die Kritik von Bayerns Innenminister Herrmann  zur Lkw-Blockabfertigung auf der Inntalautobahn (A12) reagiert. "In einer guten Nachbarschaftsbeziehung bitten wir um Verständnis, dass wir Vorkehrungen treffen müssen, um einen totalen Verkehrskollaps in Tirol zu verhindern", so Platter.
 
Auch habe man alles versucht um die bayrischen Nachbarn bestmöglich auf die Maßnahmen vorzubereiten: "Wir haben immer offen und transparent die bayrische Polizei und die bayrische Politik über unsere Maßnahmen am Laufenden gehalten," meinte der Landeshauptmann. Herrmann hatte die Blockabfertigung als einen "Verstoß gegen den Grundsatz der europäischen Warenverkehrsfreiheit" bezeichnet. Platter hielt dem entgegen: "Wenn die Versorgungs- und Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet sind, gehen wir davon aus, dass es keinerlei EU-rechtlichen Probleme gibt."
 
Der deutsche Automobilklub ADAC hatte indes vor Staus in Bayern gewarnt. Nur 250 bis 300 Lkw pro Stunde sollen die Grenze zu Tirol passieren dürfen. "Weitere Brummis müssen dann warten. Wenn nur eine Spur befahrbar ist, dann kann es zu erheblichen Rückstaus kommen", sagte ein Sprecher des ADAC.