Nur Tiroler Kasse ist im Plus

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Nur Tiroler Kasse ist im Plus

Die Krankenkassen sinken österreichweit tief in die roten Zahlen. Erwartet wird heuer ein Defizit von insgesamt 238 Millionen Euro – ÖSTERREICH berichtete. Einziger Lichtblick ist Tirol. Hier bilanziert die Gebietskrankenkasse (TGKK) ausgeglichen. Für das kommende Jahr ist sogar ein Überschuss von 6,6 Millionen Euro prognostiziert. Zu tun hat das vor allem mit der ­geplanten Halbierung der Mehrwertsteuer auf Medikamente. „Das bedeutet für uns eine Ersparnis von 14 Millionen Euro“, so TGKK-Sprecher Elias Schneitter. Auch die gute Beschäftigungslage und die niedrigen Arbeitslosenzahlen kommen der Kasse entgegen. Denn je mehr Beitragszahler, desto mehr Geld gibt es für die GKK. „Wir haben sehr gute Daten und sehen nicht so schwarz wie andere Kassen“, meint Schneitter. Die Tiroler Versicherten haben bis auf Weiteres nichts zu befürchten. Schneitter: „Es sind derzeit keine Einschränkungen unserer Leistungen geplant.“

Ländle im Minus
Weniger gut sieht es hingegen bei der Vorarlberger Gebietskrankenkasse (VGKK) aus. Diese rutscht heuer mit prognostizierten 13,4 Millionen Euro erstmals tief ins ­Minus. „Im operativen Geschäft schreiben wir schon seit zehn Jahren rote Zahlen“, heißt es dazu aus der Gebietskrankenkasse. „Wir haben das Familiensilber angelegt, das hat jahrelang Erträge abgeworfen und so die Verluste abgefangen.“ Jetzt würden die Verluste aber an den Rücklagen zu knabbern beginnen. Die Gebietskrankenkasse rutscht in die Verlustzone.

Patienten spüren es
Die Versicherten werden den Geldmangel „mit Sicherheit“ spüren. Zwar habe die Kasse den gesetzlichen Auftrag, die Krankenversorgung zu gewährleisten. Gespart werden soll aber bei kostenlosen Spitalsaufenthalten, Medikamenten, Ärzten und Therapien. „Die freiwilligen Mehrleistungen der Kasse werden erheblich eingeschränkt werden“, heißt es. Dazu gehört auch die Fortzahlung des Krankengeldes. In der Regel wird es 52 Wochen gezahlt, die VGKK gewährt 78 Wochen. „Das wird auf das gesetzliche Minimum zurückgefahren.“ Bis die Maßnahmen greifen, wird es aber noch dauern. Für 2009 ist ein Minus von 11,5 Millionen Euro prognostiziert.

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