Oma als Krankenhausdiebin geschnappt

Seit 2002 gesucht

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Oma als Krankenhausdiebin geschnappt

Für die 72-jährige seit 2002 in Österreich gesuchte Krankenhausdiebin aus Südtirol haben jetzt in Tirol die Handschellen geklickt.

70-jähriger Mann fungierte als Fahrer
Ihr 70-jähriger, ebenfalls aus Südtirol stammender Mann, hatte als Fahrer fungiert. Über mehrere Jahre war das diebische Pärchen in Österreich, Deutschland, der Schweiz und Italien unterwegs. Dabei hatten sie es vor allem auf Geldbörsen, mit Codes versehene Bankomat- und Kreditkarten sowie Schmuck abgesehen, teilte der Ermittlungsleiter Christoph Hundertpfund am Freitag mit.

Die Vorgangsweise war immer dieselbe: Die früher selbst in Deutschland als Krankenschwester tätige Frau schlich sich in Patientenzimmer, wo sie Wertgegenstände mitgehen ließ. "Einmal betrat sie ein Zimmer, obwohl eine hüftoperierte Frau auf der Toilette saß. Sie schloss einfach die Tür und bediente sich", schilderte Hundertpfund die "kaltblütige" Vorgangsweise.

Schaden in Österreich rund 50.000 Euro
Im Anschluss behob sie mit den gestohlenen Karten Geld. "Der höchste abgehobene Betrag waren 20.000 Euro in Oberösterreich", führte der Kriminalist aus. Der Schaden allein in Österreich belaufe sich auf mindestens 50.000 Euro, was allerdings "bei weitem nicht der gesamte Schaden" sei. Bei den zwei Hausdurchsuchungen wurden über 200 Schmuckstücke, darunter eine Uhr im Wert von 6.000 Euro, sowie rund 70 Eheringe mit Gravur und mehrere Mobiltelefone sichergestellt.

Die in Deutschland wegen eines Eigentumsdelikts verurteilte Frau schweige bisher zu den Vorwürfen, ihr Mann sei teilgeständig. Die erste derartige Straftat in Österreich wurde am 26. Juni 2002 in der Steiermark aufgezeichnet, die letzte in Tirol erfolgte am 26. September des vergangenen Jahres. Nach ersten Ermittlungsergebnissen belaufen sich die Delikte auf 30 Fakten in Deutschland, 25 in beinahe allen österreichischen Bundesländern sowie acht in der Schweiz.

Vergangenen Mittwoch klickten dann für das Ehepaar an der Mautstelle Schönberg die Handschellen. Durch die bei den Geldabhebungen an den Bankomaten aufgezeichneten Fotos in mehreren Ländern führten auf die Spur der diebischen Oma. Über beide wurde die Untersuchungshaft verhängt, sie wurden in die Justizanstalt Innsbruck eingeliefert.

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