11. Februar 2009 13:32
© APA/ Haijes, APA/ Schneider
Der Feldkircher Bischof Elmar Fischer unterstützt den neuen Linzer
Weihbischof Gerhard Maria Wagner in seiner Haltung, dass Homosexualität
"heilbar" sei. Im Interview mit ORF Radio Vorarlberg verglich Fischer am
Mittwoch Homosexualität mit anderen "psychischen Erkrankungen" wie
Alkoholismus, die geheilt werden könnten. Ausgeschlossen aus der Kirche
seine Homosexuelle aber ebenso wenig wie andere psychisch Kranke, betonte
der Bischof.
Sorgte schon 1996 für Aufsehen
Fischer stützte sich in
seiner Einschätzung auf Literatur und auf eigene Erfahrungen als
Psychotherapeut. "Es gibt diese Literatur, die das sagt, und warum soll man
das nicht auch annehmen. Wir sind froh, wer immer heilbar ist", so der
Bischof, der seinerseits fragte: "Warum muss man diese Meinung haben:
Homosexualität ist eine - wie soll ich sagen - alternative Sexualität?".
Fischer hatte bereits 1996 als damaliger Generalvikar der Diözese Feldkirch
mit Äußerungen über Homosexualität für Aufsehen gesorgt. Damals hatte er in
einem Schreiben an alle katholischen Pfarrämter der Diözese unter anderem
den Zusammenhang zwischen Homosexualität und Promiskuität betont.
Wenigstens entwas moderner ist die Ansicht Fischers zu weiblichen
Ministranten. Für diesen Dienst in der Kirche komme es auf die innere
Haltung an, so Fischer. Diese könne auch bei Mädchen gegeben sein. Wagner
selbst hat in seiner Pfarre in Windischgarsten (Bezirk Kirchdorf) keine
weiblichen Ministranten, wofür es "verschiedenste Gründe" gebe, etwa den,
dass in einem gewissen Alter "Mädchen und Buben einfach nichts miteinander
zu tun" hätten.
Verteidigt Wagner
Dass man sich über Wagner aufrege, schon bevor
dieser sein Amt als Weihbischof angetreten hat, kritisierte Fischer. Er
kenne Wagner zwar nicht persönlich, dieser sei aber ein Priester, der seine
Aufgabe offenbar ernst nehme, echte Gläubigkeit vermittle und dem
gesellschaftlichen Werteverfall entgegenwirke. Rom sei bei der Ernennung von
Bischöfen sehr sorgfältig.